Neues Handelsimperium

Holländer verdrängen Portugiesen

Für die Portugiesen wird der Erfolg des Engländers und der Holländer zum Alptraum. Mehr als 20 holländische Schiffe sind inzwischen auf unterschiedlichen Routen in den fernen Osten vorgedrungen. Sie plündern portugiesische Stützpunkte und kapern reich beladene Handelsschiffe.

Die Jesuiten und ihre Japanmission trifft es besonders hart, denn ihr wichtigster Verbindungsmann beim Shogun verliert seinen Einfluss an William Adams.

Schlimme Nachrichten

Aus ihrer Handelsniederlassung in China erhalten sie noch schlimmere Meldungen. Eines der Schiffe, das für die Jesuiten von Macao nach Japan auslaufen soll, wird mit kostbaren Waren im Wert von 400.000 Golddukaten beladen. In der Nacht vor der Abreise sind nur wenige Wachen an Bord. Auf diese Chance haben die Holländer lange gewartet. Sie verschwinden mit der gesamten Ladung im Dunkel der Nacht. Der Mission droht der finanzielle Ruin. Sie verliert noch zwei weitere Schiffe. Resignierend schreibt ein Pater nach Rom: "Von dem einst so reichen Macao ist nichts als eine Ruine geblieben."



Der Ruin der Portugiesen wird zur Grundlage für ein neues Handelsimperium der Holländer. William Adams dient ihnen als Handelsvermittler. Er organisiert in Japan heimlich den Verkauf der Güter, die holländische Schiffe erbeutet haben. Solche verdeckten Geschäfte sind damals nicht ungefährlich, denn der Handel mit ausländischen Waren wird vom Shogun strengstens kontrolliert. Es dürfen nur genehmigte Artikel zu festgelegten Preisen eingeführt werden. Am erfolgreichsten ist der Import chinesischer Seide, die man in Japan mit unglaublichem Gewinn verkaufen kann.

Ehrung für den "Steuermann aus Miura"

Adams überwacht die Abwicklung dieser Geschäfte aus dem Hintergrund und bemüht sich, beim Shogun eine offizielle Handelsgenehmigung für die Holländer zu erhalten. Der Herrscher scheint diese Aktivitäten seines Beraters stillschweigend zu billigen, denn er lässt eine große Ehrung für seinen Schützling vorbereiten. Schmiedemeister haben ihre weißen Gewänder angelegt. Nach einem rituellen Akt körperlicher Reinigung begeben sie sich zum Shinto-Schrein. Sie bitten die Götter um das Gelingen eines Schwertes, das sie für Miura Anjin, den "Steuermann aus Miura" schmieden sollen. So wird Adams inzwischen von den Japanern liebevoll genannt.

Eine Sternstunde der japanischen Geschichte. Wie eine Erzählung aus 1001 Nacht, wie erfunden klingen die Abenteuer dieses Briten, der als Schiffbrüchiger an die Küsten des Reiches gespült wurde. Dem es aber innerhalb von wenigen Jahren gelingt, vom Gefangenen zum Berater des mächtigsten Shogun aufzusteigen. Seine Briefe, die in der British Library in London archiviert sind, dokumentieren den schicksalhaften Lebenslauf eines einfachen Seemannes, der Grundlagen legt für die Entwicklung der holländischen und englischen Handelsimperien.

Erster europäischer Samurai



Als erster Europäer wird er in die Adelskaste der Samurai aufgenommen, und sein mächtiger Gönner ehrt ihn mit einem Paar der berühmten japanischen Schwerter. Nachdem er in die mächtige Kriegerkaste aufgenommen wurde, kann Adams auch die Tochter eines reichen Samurai heiraten. Mit der Japanerin zieht er zwei Kinder groß. Sie leben auf ihrem riesigen Landgut in Miura, nicht weit von Edo.

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