Orronins Familie

Die ersten Hominiden

Vor acht Millionen Jahren toben in einem unscheinbaren Sonnensystem auf dem Planeten Erde gewaltige Kräfte und verändern den blauen Planeten. Asien wird mit aller Macht gegen die Ostseite des afrikanischen Kontinents gedrückt.

Das Ergebnis des geologischen Phänomens, das man Kontinentaldrift nennt, ist ein gigantischer Bruch, der sich seither wie eine hässliche Narbe in Nord/Südrichtung über Ostafrika zieht. Im Westen der Bruchkante falten die beiden Kontinentalplatten ein mächtiges Gebirge auf. Sein Einfluss auf Ostafrika ist verheerend. Der Bruch wird zur unüberwindlichen Barriere für alle Bodenbewohner, auch für die Primaten. Gefangen in Ostafrika müssen ihre Nachkommen mit dem Schwinden der Wälder fertig werden und sich in einem neuen Lebensraum zurechtfinden.

Nahrung wird immer knapper

Diese Theorie könnte durch die Geschichte eines Wesens gestützt werden, das etwa eine Million Jahre nach der Entstehung des großen Grabenbruchs gelebt haben soll und dem die Forscher den Namen Orrorin gaben: Orrorin und seine Gefährten ähneln noch sehr den frühen Schimpansen und wie diese leben sie vorwiegend auf Bäumen und ernähren sich von Blättern und Früchten. Als das Klima trockener wird und die Regenwälder schwinden, ziehen sie sich auf die verbleibenden Bauminseln zurück. Hier fühlen sie sich sicher, aber die Nahrung wird immer knapper. Orronin hat schon viele aus seiner Sippe verhungern sehen. Die Situation wird immer bedrohlicher.

Die Zukunft von Orronins Familie liegt in der Savanne. Dort gibt es genug Nahrung, aber auch mehr Gefahren: Ihr gewohntes Leben ist zu Ende. Die Baumbewohner ziehen nun durch das unübersichtliche Grasmeer der Savanne. Die neue Umgebung zwingt Orronins Trupp zu einem neuen Verhalten. Um im hohen Gras nicht die Übersicht zu verlieren, stellen sich die nur 1,30 Meter großen Primaten immer wieder auf ihre Hinterbeine. Nur so können sie Gefahren und Nahrungsquellen in dem unwegsamen Gelände überhaupt ausmachen.

Zweibeiniger Gang erfordert viel Kraft

Der Wechsel zwischen Stehen mit guter Sicht und dem fast orientierungslosen Laufen auf vier Beinen, erschwert das Fortkommen und macht die Wanderung gefährlich. Schließlich legen Orronin und seine Verwandten immer längere Strecken auf zwei Beinen zurück. Allerdings ermüden diese frühen Vormenschen noch sehr leicht. Der zweibeinige Gang erfordert viel Kraft - vor allem von der Bein- und Rückenmuskulatur.
Leoparden und Säbelzahntiger zählen zu den schlimmsten Feinden der kleinen Hominiden. Es ist kaum zu glauben, dass die langsamen Zweibeiner trotz der überlegenen Raubtiere überlebt haben. Vielleicht war es ihr Zusammenhalt, der sie "stark machte".

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