Parallelen zur Bibel

Die Sintflutgeschichte als Vorbild für Arche des Noah

Die Geschichte von Uta-napischti Geschichte erzählt von einer gewaltigen Überschwemmung. Das Ereignis gehört noch immer zu den großen Rätseln der Menschheit und weist beachtliche Parallelen zur Noah-Geschichte der Bibel auf.

Tontafel mit Keilschrift Quelle: ZDF

Als der Gelehrte George Smith das Gilgamesch-Epos übersetzt, stößt er auf jene Passage, die das Christentum in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Ein uralter Mann und seine Frau überlebten als Einzige eine Strafe der Götter - eine große Flut. Der Forscher gerät in Panik, denn die Ähnlichkeit zum biblischen Noah und der Sintflut ist offensichtlich. Teilweise wörtlich nimmt die Dichtung die schreckliche Naturkatastrophe aus dem Alten Testament vorweg.

Uta-napischti und die Taube

Übereinstimmung der Texte

So steht auf der elften Tafel geschrieben: "Doch als der siebente Tag anbrach, holte Uta-napischti eine Taube hervor und ließ sie frei. Die Taube flog, doch kam sie zurück. Er holte ein Schwalbe hervor und ließ sie frei - doch kam sie zurück. Er holte einen Raben hervor - der Rabe flog - und kam nicht wieder zurück." Uta-napishti und seine Frau überlebten, weil sie auf Geheiß des Himmels eine Arche bauten. Als die Wasser zurückgingen, strandete sie auf einem Berg. Die Übereinstimmung der Texte wirft 1872 die Frage auf, ob der Bibeltext aus dem Epos abgeschrieben ist. Für die Kirche wäre dies untragbar. Inzwischen haben Experten die Frage geklärt.

1927 grub der Archäologe Leonard Woolley in der sumerischen Stadt Ur im Süden des heutigen Irak. Eines Tages stieß der Engländer tief im Erdreich auf eine über drei Meter dicke Lehmschicht. Sie zeigte weder Spuren einer Besiedelung noch Fossilien, was auf eine Überschwemmung hinweist. Im geologischen Institut der Universität Marburg beschäftigen sich Wissenschaftler schon lange mit dem auffälligen Befund.

Sediment-Schichten Quelle: ZDF

Wissenschaftlich belegte Flut

Vor wenigen Jahren führte der Deutsche Helmut Brückner Erdbohrungen in Uruk durch - etwa 80 Kilometer von Ur entfernt. Auf den Fotos mit den Proben kann er die gleiche Schicht ausmachen, die damals schon Leonard Woolley festgestellt hat. Unter Windablagerungen liegt die jüngste Siedlungsschicht mit Spuren menschlicher Bebauung. Darunter folgt ein breites Band aus Sedimenten, die von einer Flut stammen. In etwa zehn Metern Tiefe schließt sich eine weitere Besiedlungsschicht an. Für den Geographen ist der Längsschnitt durch das Erdreich eine klare Sache. Mindestens eine große Flut im Reich der Sumerer lässt sich wissenschaftlich belegen.

Derartige Ausnahme-Katastrophen blieben im Gedächtnis der Menschen haften. Das beweist das Gilgamesch-Epos. Auch der Herrscher von Uruk will alles über die Sintflut erfahren und über das Geheimnis der Unsterblichkeit. Doch Uta-napischti beschimpft ihn als selbstsüchtigen Versager.

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