Patagonien - Leben am Limit

Raue Vielfalt und wildes Paradies

Für viele beschreibt die unwirtliche Region Patagoniens "das Ende der Welt". Der Wind und ein erbarmungsloses Klima regieren den Landstrich. Wer hier überleben will, muss sich extremen Bedingungen stellen.

Typisch für Patagonien sind auch weite einsame Landstriche.

Dirk Steffens geht auf Entdeckungsreise von den stürmischen Küsten über die Gletscher der Anden bis in die endlose Pampa und erlebt die Faszination Erde dort, wo das Leben am Limit seine Wege gefunden hat.

Signale der Gletscher

Pinguine Text 2


Patagoniens Bewohner sind so vielfältig wie das Land. An den Küsten tummeln sich Robben, Seeelefanten und Pinguine. Ein unwirtlicher Raum, und überall lauert der Tod. Doch sie alle suchen gerade hier Zuflucht für die Aufzucht ihres Nachwuchses. Robbenbabys müssen sich den Attacken von Orcas erwehren, die ihre massigen Körper sogar an Land werfen, um Beute zu machen. Pinguine haben originelle Lösungen gefunden, um ihre Brut zu schützen. Die extremen Lebensbedingungen haben überraschende und manchmal auch kuriose Anpassungen hervorgebracht.

In Patagonien bedecken legendäre Gletscher die Hänge bis in die Täler. Doch sie gehören vielleicht bald der Vergangenheit an, denn auch hier befinden sich die Eismassen auf dem Rückzug. Allerdings scheint es eine Ausnahme zu geben: Der Gletscher Perito Moreno trotzt dem Wandel, er wächst. Ein Rätsel für die Wissenschaft. Mit spektakulären Expeditionen in das Innere des Eises versuchen Forscher, das Geheimnis zu lüften.

Tor zu einer anderen Welt

TW Route Magellan Quelle: ZDF


Die geografische Lage Patagoniens trieb frühe Entdecker zu Erkundungen an. Hier öffnete sich das Tor zu einer anderen Welt. Die erste Weltumsegelung vor 500 Jahren gelang nur durch die Entdeckung eines Seewegs quer durch Patagonien. Ein Zufall. In dem Labyrinth von Kanälen schaffte es Magellans Mannschaft als Erste, einen Weg vom Atlantik zum Pazifik zu finden und schließlich die Welt zu umrunden.

Patagonien wurde zum Schicksal vieler Seefahrer, die mit den heftigen Stürmen zu kämpfen hatten. Hier blasen die "roaring forties" und die "howling fifties" , wie die gefürchteten Stürme in der Region um den 40. und 50. Breitengrad genannt werden. Auch Tiere und Pflanzen stemmen sich dem steten Westwind entgehen. Sie entwickelten verblüffende Anpassungen, um den rauen Bedingungen zu trotzen. Einige Tiere profitieren sogar von den windigen Verhältnissen, wie der Kondor. Mit seiner gewaltigen Spannweite reitet er förmlich auf dem Wind.

Die größten Dinosaurier der Welt

Das "Land der Riesenfüßer" hat eine lange Geschichte. Vor vielen Millionen Jahren lebten hier die größten Dinosaurier aller Zeiten. Der Argentinosaurus, ein friedlicher Pflanzenfresser, war so groß wie ein dreistöckiges Haus und 40 Meter lang. Auf der ganzen Welt gab es kein vergleichbares Lebewesen. Dirk Steffens macht sich auf die Suche nach den Spuren der Dinosaurier Patagoniens. Was waren die Gründe für den Riesenwuchs der Urzeitgiganten - ausgerechnet hier, am Ende der Welt?

Heute bevölkern den Landstrich vertrautere Arten. Das Pferd gehört zwar erst seit wenigen 100 Jahren zu den Bewohnern, ist aber aus Patagonien nicht mehr wegzudenken. Die spanischen Eroberer brachten es ins Land. Für die Spanier war das Pferd unverzichtbares "Kriegsgerät". Ihm verdankten sie die kämpferische Überlegenheit, mit der sie schließlich selbst die mächtige Andenkultur der Inka in den Untergang trieben.

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