Pax Mongolica: Die friedliche Seite der Mongolen

Förderung von Handel, Kunst und Kultur

Bis heute weiß man nicht genau, wie viele Menschen in Karakorum lebten. Fest steht, dass für ihre Versorgung außerhalb der Stadt intensive Landwirtschaft betrieben wurde. Ein umfangreiches Bewässerungssystem, von Chinesen erbaut, sorgte dafür, die Steppe urbar zu machen.

Die Ausgrabungen im Stadtgebiet zeigen, dass Güter, mit denen sich die Bevölkerung nicht selbst versorgen konnte, über weit verzweigte Handelswege herbei geschafft wurden. Beleg dafür sind umfangreiche Münzfunde. Die Hauptstadt der Nomaden avancierte zu einer mächtigen Handelsmetropole, in der Währungen aus aller Welt ihren Besitzer wechselten.

Offene Tore für Handelsreisende

Eine Legende aus jener Zeit besagt: "Eine Jungfrau mit einem Topf Gold in der Hand kann den Weg von einem Ende des Reiches bis zum anderen Ende zurücklegen, ohne dass ihr Unrecht geschieht." Die "Pax Mongolica" ist die andere, die friedliche Seite der Mongolenherrschaft. Sie sorgt für Sicherheit im Innern des Reiches, fördert Handel, Kunst und Kultur. Den Handelsreisenden stehen die Tore zwischen Europa und Asien offen wie niemals zuvor in der Geschichte. Die Seidenstraße wird zum festen Band zwischen Ost und West.

Einheitliche Maße und Preise, geringe Zölle und Steuern erlauben den Händlern gute Geschäfte. Doch nicht nur Waren gelangen auf sicheren Wegen um die halbe Welt. Durch den Bedarf an Gelehrten, Forschern und Technikern fördern die Khane den Austausch von Ideen und Wissen.

Waren als Zahlungsmittel

Die Mongolen zahlen in der Regel nicht mit Geld, sondern mit Waren. Auf diese Weise könnten die gepressten Tribute aus Peking oder Samarkand ihren Weg um die Welt bis nach Europa gefunden haben. Ein Beweis dafür befindet sich im Musée Guimet in Paris. In seinen Arsenalen ruhen unschätzbar wertvolle Zeugnisse verschiedenster Kulturen und Epochen.

Im Jahre 1227 stirbt der Herrscher eines Weltreiches. Bis heute ranken sich Legenden um seinen Tod. Eine persische Chronik überliefert seine angeblich letzten Worte: "Meine Krankheit ist zu ernst, als dass sie geheilt werden könnte, und wahrlich, einer von euch wird den Thron und die Macht des Staates verteidigen und dieses Gebäude, das so einen festen Grund erhalten hat, ausbauen müssen."

Prägend für die Zukunft Eurasiens

Seine Nachfolge hat er bereits zu Lebzeiten geregelt: Nicht sein Letztgeborener, wie es unter den Mongolen Sitte ist, sondern der mittlere Sohn Ögödei soll ihm auf dem Steppenthron nachfolgen. Er hält ihn für den fähigsten von allen. Damit bleibt er seinem Grundsatz treu, dass Kompetenz und Eignung entscheiden. In der Geheimen Geschichte sagt Dschingis Khan über sich selbst: "Ich bin zwar wenig, aber doch viel, ich bin zwar schlecht, aber doch gut." Sein Lebenswerk hat die Zukunft Eurasiens entscheidend geprägt - im guten wie im schlechten.

Der Legende nach ebnen eintausend Pferde sein Grab in der Steppe ein. Die Reiter werden hingerichtet. Niemand soll erfahren, wo der "Ozeangleiche Herrscher" zur ewigen Ruhe gebettet wurde. Forscher und Abenteurer aus der ganzen Welt suchten es vergeblich - bis heute wurde das Grab des Dschingis Khan nicht gefunden.

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