Personenglossar

Folge 1: Duell zwischen Kreuz und Krone

Die wichtigsten Personen aus "Duell zwischen Kreuz und Krone" im Kurzporträt.

Personenglossar Imperium der Päpste Quelle: ZDF

Simon Petrus

Petrus Quelle: ZDF

(geboren in Galiläa, Datum unbekannt; gestorben vermutlich in Rom um 65 nach Christus)
Er war einer der ersten jüdischen Apostel, die Jesus in seine Nachfolge rief. Informationen über sein Leben überliefert hauptsächlich das Neue Testament. Dort ist Petrus erster Bekenner, aber auch Verleugner Jesu Christi. Und er ist der erste männliche Augenzeuge des Auferstandenen sowie Sprecher der Apostel und Leiter der Jerusalemer Urgemeinde.


Petrus ist der erste Papst. Er war Zeit seines Lebens ein armer Fischer. Von ihm leitet dich alle Macht der nachfogenden Päpste her. Der Roman "Quo Vadis" basiert aus einer von ihm geprägten Geschichte.

Gregor VII. (Pontifikat 1073 - 1084)

Sein weltlicher Name war Hildebrand (geboren zwischen 1020 und 1025 in der Toskana, gestorben am 25 Mai 1085 in Salerno). Im Investiturstreit mit Heinrich IV. versuchte er die päpstliche Zentralgewalt gegen kaiserliche Eingriffe abzusichern. Er exkommunizierte den König, den er erst durch dessen Bußgang nach Canossa vom Bann löste (1077).

Das Wiederaufleben des Investiturstreites führte 1080 zur erneuten Bannung Heinrichs IV. Dieser ernannte daraufhin einen Gegenpapst und ließ sich von ihm 1084 in Rom zum Kaiser krönen. Gregor VII. mußte sich daraufhin in die Engelsburg zurückziehen und wurde kurz danach von den Römern vertrieben.

König Heinrich. IV

(geboren am 11. November 1050 vermutlich in Goslar; gestorben am 7. August 1106 in Lüttich). Er war einer der umstrittensten Herrscher des Mittelalters. Seine fast 50-jährige Regierung war eine der längsten des Früh- und Hochmittelalters. Die Auseinandersetzung mit Papst Gregor VII. und sein Gang nach Canossa gelten als Höhepunkt des Investiturstreits.

Bonifaz VIII. (Pontifikat 1294 - 1303)

Ursprünglich Benedikt Caetani, (geboren um 1230 in Anagni, 24, gestorben am 11. Oktober 1303) Klugheit, Wille zur Macht und Entschlussfreudigkeit bestimmten seine Person. Im Streit mit dem franz. König Philipp dem Schönen, leitete er einen Wendpunkt in der Geschichte des Papstums ein, indem er die Laien als Feinde des Klerus erklärte.


1302 stellte er offiziell das Amt des Papstes über alle weltliche Macht. Beide Schwerter, das weltliche und das geistliche seien in der Gewalt der Kirche. 1300 erklärte er zum Jubel- bzw Heiligenjahr.

König Philipp IV. der Schöne

Gemälde König Phillip IV. Quelle: ZDF

(geboren 1268 in Fontainebleau, gestorben am 29.11.1314 in Fontainebleau) Von 1285 an König von Frankreich mit konsequenter Ausdehnungspolitik. Geriet durch Besteuerung des Klerus in Konflikt mit Papst Bonifaz VIII, der ihn 1302 bannte und den er 1303 gefangen nehmen ließ.


Er erreichte 1309 die Übersiedlung der Päpste von Rom nach Avignon und 1311 die Aufhebung des Templerordens, dessen Besitz er sich aneignete.

Clemens V. (Pontifikat 1305 - 1314)

(geboren in Villandraud, gestorben 20.4. 1314 in Roquemaure). Bonifatius VIII. ernannte ihn 1295 zum Bischof und 1299 zum Erzbischof. Er wurde am 5.6.1305 in Perugia zum Papst gewählt und ließ sich am 14.11.1305 in Lyon in Gegenwart Philipps IV. des Schönen krönen, in dessen völlige Abhängigkeit er bald geriet. Nach einigen Stationen machte er im März 1309 Avignon (Provence), das damals dem König von Sizilien gehörte, zur dauernden päpstlichen Residenz. Er war der erste Papst in Avignon. Damit begann das "babylonische Exil" der Päpste. Philipp IV. wollte mit der Hilfe von Clemens V. den Templerorden vernichten, der reich begütert und vom Staat unabhängig war.

Ohne Wissen des Papstes ließ der König am 13.10.1307 alle Templer in Frankreich verhaften und erhob durch den französischen Generalinquisitor gegen den Orden Anklage auf Häresie, Blasphemie und Unzucht. Durch die Folter wurden belastende Geständnisse erpresst. Clemens V. protestierte gegen das Verfahren Philipps IV. und verlangte die Herausgabe aller Gefangenen und ihrer Güter an ihn, befahl aber einen Monat später die Verhaftung der Templer in allen Ländern und die Beschlagnahme ihrer Güter. Mit ihm nahm der Luxus des Hofes von Avignon mit all seinen Begleiterscheinungen von Ämterschacher, Korruption und Nepotismus (Vetternwirtschaft) seinen Anfang. Letzteres beherrschte Clemens schon sehr gut: fünf Verwandte hat er zu Kardinälen gemacht, viele andere zu Bischöfen.

König Sigismund

Sigismund von Luxemburg (geboren am 15. Februar 1368 in Nürnberg; gestorben am 9. Dezember 1437 in Znaim in Mähren), stammte aus dem Hause der Luxemburger. Er war römisch-deutscher Kaiser von 1433 bis zu seinem Tode.

Das bedeutenste Problem jener Zeit stellte die Kirchenspaltung dar. Die größte Leistung Sigismunds bestand in der Wiederherstellung der Einheit der römischen Kirche auf dem Konzil von Konstanz (1414 bis 1418). Dabei kam ihm zu Gute, dass sein Königtum gefestigt war, während das Papsttum immer weiter an Macht und Ansehen verlor. Sigismund ging diplomatisch geschickt vor und setzte sich in zahlreichen Einzelverhandlungen mit den europäischen Herrschern in Verbindung.

Gregor XII. (Pontifikat 1406 - 1415)

Ursprünglich Angelo Correr (geboren 1335 in Venedig; gestorben 18. Oktober 1417 in Recanati). Sein Pontifikat ist durch das Abendländische Schisma (Kirchenspaltung) geprägt: Der Gegenpapst Benedikt XIII. beanspruchte die Papstwürde für sich, das Konzil von Pisa wählte zudem 1409 Alexander V. und ein Jahr später Johannes XXIII. zum neuen Papst.

Eine Entscheidung im Abendländischen Schisma sollte schließlich das Konzil von Konztanz 1415 bringen, das zunächst die Wahl von Johannes für ungültig erklärte, aber auch Gregor XII. zum Rücktritt nötigte, den dieser 1415 vollzog.

Johannes XXIII. (Pontifikat 1410 - 1415)

Eigentlich Baldassare Cossa (geboren um 1370 in Neapel; gestorben am 22. Dezember 1419 in Florenz). Cossa war zunächst Offizier, dann wurde er jedoch Geistlicher und 1402 Kardinal. Sein Vorgänger, Alexander V., galt von Anfang an als Zwischenlösung. Nach dessen Tod wurde Baldassare Cossa am 17. Mai 1410 sein Nachfolger, obwohl er nicht einmal Priester war. Er wurde eine Woche später zum Priester geweiht, am Folgetag zum Bischof und noch am selben Tag als Papst Johannes XXIII. gekrönt.

Benedikt XIII. (Pontifikat 1394 - 1417)

Pedro Martínez de Luna y Gotor (geboren um 1327 in Illueca, Aragón, gestorben am 23. Mai 1423 in Peñíscola,) war Gegenpapst. Er wurde 1375 Kardinaldiakon. Bei der umstrittenen Papstwahl von 1378 hielt er zunächst lange zu Urban VI., wechselte dann aber zu dem in Avignon residierenden Gegenpapst Clemens VII. Er sorgte dann als dessen Kardinallegat dafür, dass Clemens sich in Spanien durchsetzte.

Im Jahre 1394 wurde er ohne Gegenstimme zu dessen Nachfolger gewählt. Kurz darauf aber entzog Frankreich ihm die Unterstützung und er verlor zunehmend seine Gefolgschaft. Einer Kompromisslösung für das Schisma, die die Wahl Alexanders V. 1409 auf dem Konzil von Pisa als Nachfolger für beide Päpste darstellen sollte, verweigerte Benedikt sich entschieden, worauf das Konzil ihn für abgesetzt erklärte. Das Konzil von Konstanz bestätigte dieses Urteil 1417 noch einmal. Dennoch hielt er sich bis zu seinem Tod am 23. Mai 1423 für den einzigen rechtmäßigen Papst, obwohl er in der Festung Peñíscola (bei Valencia) gefangen saß und nur noch von Aragonien unterstützt wurde.

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