Personenglossar

Folge 3: Flammen über Rom

Die wichtigsten Personen aus "Flammen über Rom" im Kurzporträt.

Personenglossar Imperium der Päpste Quelle: ZDF


Leo X. (Pontifikat 1513 - 1521)

Eigentlich Giovanni de Medici (geboren am 11.12.1475 in Florenz, gestorben am 1.12.1521 in Rom). Als Papst führte Leo ein Leben im Geist des Humanismus und der Renaissance. Die Politik nutzte Leo zur Förderung seiner Verwandten. In die Zeit Leos X. fällt auch der Beginn der Reformation. Für den Neubau des Petersdoms förderte er den Ablasshandel, was für Martin Luther einer der Anlässe zu seinem Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche zu Wittenberg war.



Martin Luther

(geboren am 10. November 1483 in Eisleben, gestorben am 18. Februar 1546 in Eisleben) Der Theologe ging als radikaler Reformator der mittelalterlichen Kirche in die Geschichte ein. Mit dem Anschlag seiner 95 Thesen wehrte er sich gegen die Ablasspraxis der katholischen Kirche. Seine Bibelübersetzung hatte bedeutenden Anteil an der Verbreitung der Schriftsprache und ihrer einheitlichen Gestaltung. Martin Luther wollte Fehlentwicklungen in der Katholischen Kirche durch ausschließliche Orientierung an Jesus Christus beseitigen. So kritisierte er den Papst und bestritt dessen Unfehlbarkeit.


Clemens VII. (Pontifikat 1523 - 1534)

Eigentlich Giulio de Medici (geboren am 26. Mai 1478 in Florenz, gestorben am 25. September 1534 in Rom). Unter der Protektion seines Cousins Giovanni, 1492 in Rom zum Kardinal erhoben, wurde er 1517 als sein Vizekanzler tätig, der als Leo X. Papst wurde. Er prägte die Politik gegen Martin Luther und die deutsche Reformation. In der Nachfolge von Hadrian VI. wurde er am 19. November 1523 zum Papst gewählt. Es gelang Clemens VII. aber keine durchweg überzeugende Politik. Der zweite Medici-Papst blieb, trotz guter Ansätze, sehr der italienischen Politik und der Familie verhaftet.


Niccolò Machiavelli

(geboren am 3. Mai 1469 in Florenz, gestorben am 22. Juni 1527 in Florenz) Er war ein italienischer Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter. Sein Name wird heute vor allem mit rücksichtsloser Machtpolitik unter Ausnutzung aller rechtmäßigen und nicht rechtmäßigen Mittel verbunden. Der später geprägte Begriff Machiavellismus wird daher oft als Schimpfwort für ein politisches Verhalten gebraucht, das raffiniert, aber ohne jeglichen Einfluss von Moral und Sittlichkeit die eigene Macht und das eigene Wohl steigern will. Vor allem aufgrund seines Werks "Il Principe" ("Der Fürst") gilt er als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit.


Michelangelo

Ursprünglich Michelagniolo Buanarroti (geboren am 6.3.1475 in Caprese bei Arezzo, gestorben am 18.2.1564 in Rom). Er galt als italienisches Universalgenie, war Bildhauer, Maler, Architekt und Dichter. Er lebte und arbeitete hauptsächlich in Florenz und Rom unter mächtigen, anspruchsvollen Auftraggebern. 1508 -1512 malte Michelangelo in einer gewaltigen Anstrengung die Sixtinische Kapelle in Rom aus. Seine Darstellung der Schöpfungsgeschichte wird bis heute bewundert und verehrt.


Paul III. (Pontifikat 1534 - 1549)

Alessandro Farnese (geboren am 2.2. 1468 in Canino bei Viterbo, gest. am 10.11. 1549 in Rom). Unter Papst Alexander VI., der Alessandros Schwester Giulia als Mätresse hielt war er Generalschatzmeister der römischen Kirche, wurde 1493 Kardinal und 1499 Bischof von Corneto-Montefiascone. Zehn Jahre später wurde er Bischof von Parma, bekam aber erst 1519 die Priesterweihe. Als Papst war Paul III. ein Vertreter des Nepotismus (Vergabe von wichtigen Ämtern an Verwandte) Er machte zwei seiner Enkel zu Kardinälen und erwies dem Hause Farnese viele Vergünstigungen. Durch die Reformation herausgefordert, bemühte er sich um eine allgemeine Erneuerung der Kirche. 1545 eröffnete er in Trient ein ökumenisches Konzil, das mit großer Verspätung Antwort auf die von Martin Luther ausgelöste Reformation gab. Im Krieg zwischen Kaiser Karl V. und König Franz I. von Frankreich vermittelte er einen Waffenstillstand. 1546 schlossen Paul III und Karl V. ein gegen die Protestanten in Deutschland gerichtetes Bündnis. Zudem setzte er den Bau des Petersdoms fort, indem er Michelangelo zum Baumeister bestellte.

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