Pfeilschnell aus dem Untergrund

Leistenkrokodile sind aggressive Jäger

Mit bis zu sechs Metern Länge und 1000 Kilogramm Gewicht gehören Leistenkrokodile zu den größten und schwersten Reptilien. Allerdings werden solche Ausmaße nur von sehr wenigen alten Männchen erreicht. Doch auch die weitaus üblicheren drei bis fünf Meter wirken bedrohlich genug. Nicht zu Unrecht.

Leistenkrokodil am Ufer Quelle: sid

Salzwasser-Krokodile, wie die Leistenkrokodile auch genannt werden, sind nicht wählerisch, wenn es um die Beute geht. Von kleinen Krebsen und Fischen bis zu Schildkröten, Wildschweinen oder Kängurus verschlingen sie alles, was sie überwältigen können. Gelegentlich auch Menschen, was ihnen einen schlechten Ruf eingebracht hat und dazu führt, dass die Tiere - trotz Artenschutzbestimmungen - immer wieder verfolgt werden.

Gefahr unter der Wasseroberfläche

Salzwasser-Krokodil schnappt nach Fleisch Quelle: ZDF


Spektakuläre Bilder, bei denen die Echsen urplötzlich aus dem Wasser hervor schießen und ihre Beute schnappen, sorgen bei Zuschauern von Kroko-Shows regelmäßig für wohliges Entsetzen. Vor allem trinkende Tiere werden mithilfe einer solchen Überraschungstaktik von den im flachen Wasser lauernden Jägern überwältigt und dann verschlungen. Große Beutetiere werden durch Drehen des Krokodils um die eigene Achse zerrissen. Ein bis zwei Stunden können Leistenkrokodile fast unsichtbar unter der Wasseroberfläche ausharren, ohne einmal Luft zu holen. Das funktioniert nur, weil sie ihren Herzschlag extrem herabsetzen und auf diese Weise den Sauerstoffbedarf reduzieren können.

Auch an Land können die Panzerechsen überraschend schnell aus ihrer scheinbaren Lethargie erwachen und auf bis zu 15 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Doch bevor sie zu solchen Leistungen fähig sind, müssen sich die wechselwarmen Tiere erst auf Betriebstemperatur bringen. So liegen sie tagsüber meist träge in der Sonne und tanken Energie. Am aktivsten sind die Krokodile in der Dämmerung und in der Nacht.

Eiablage im Bioreaktor

Ihr aggressives Potenzial zeigen die Leistenkrokodile auch gegenüber ihren Artgenossen. In der Paarungszeit verteidigen die Männchen mit heftigen, von lautem Gebrüll begleiteten Kämpfen ihr Revier, unterlegene Konkurrenten werden vertrieben, wenn nicht gar getötet. Kleinere und damit auch schwächere Rivalen haben bei solchen Kämpfen keine Chance. Um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, legen sie oft weite Strecken auf der Suche nach unbesetzen Territorien zurück.

Paarung und Eiablage erfolgen im allgemeinen in der feuchten Jahreszeit zwischen November und März. Dann werden die Eier in einer Art Bioreaktor ausgebrütet, welchen das Weibchen aus verrottenden Pflanzenteilen und Schlamm in Nähe der Flussufer anlegt. Das clevere Prinzip sorgt dafür, dass die Fäulniswärme das Gelege auf über 30 Grad erwärmt. Dabei scheinen die genaue Temperatur bzw. die Art der Temperatur-Schwankungen darüber zu entscheiden, ob sich in den Eiern männliche oder weibliche Tiere entwickeln.

Sicher zwischen Mutters Zähnen

Andreas Kieling mit kleinem Leistenkrokodil Quelle: ZDF


Zwar bewacht die Krokodilmutter das Gelege und geht aggressiv gegen alle Eindringlinge vor. Doch kann sie oft nicht verhindern, dass die Nester von Waranen, Wildschweinen oder anderen Eierdieben geplündert oder von Wasser überflutet werden. Gerade letzteres scheint die größte Gefahr für die Embryonen zu sein.

Nach zwei bis drei Monaten Entwicklungszeit fordern die geschlüpften Mini-Krokodile noch ein Mal quiekend die Hilfe ihrer Mutter ein. Sie muss den Kleinen helfen, sich aus dem Nest zu befreien und trägt sie im geöffneten Maul vorsichtig ins Wasser. Danach bleibt sie noch eine Weile in ihrer Nähe, bevor die Jungen ganz auf sich gestellt sind. Jetzt müssen sie auch die eigenen Artgenossen als Fressfeinde fürchten, und so erreicht nur ungefähr ein Prozent der Brut später die Geschlechtsreife.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet