Phänomene der Antarktis

Die Helden der Kältezonen

Patagonien ist der Antarktis so nah wie keine andere Landmasse der Kontinente. Ein Kaltwasserstrom umzingelt die Antarktis und isoliert sie von wärmeren Gewässern. Das ist eine Voraussetzung für die dauerhafte Vereisung der Antarktis. Die Bewohner dieser Region haben sich an diese Bedingungen angepasst. Aber inzwischen nagt die globale Erwärmung selbst an der Antarktis. Welche Auswirkungen sind zu erwarten und wie können sich an Kälte gewöhnte Tiere mit neuen Bedingungen arrangieren?

Pinguine auf einer Eisscholle.

Überraschenderweise sind die Folgen der Klimaerwärmung aber andere als zunächst gedacht. Über dem Südpol gibt es ein von Menschen verursachtes Phänomen, das sich inzwischen als Segen für die Antarktis entpuppt: Das Ozonloch.

Schützendes Ozonloch

TW Trick Ozonloch Quelle: ZDF


Klingt ungewöhnlich, doch die Gründe dafür sind einleuchtend: Denn dort, wo Ozon in der Atmosphäre fehlt, können die Sonnenstrahlen wieder durch das Loch ins All zurückgeworfen werden. Die Folge ist, dass es darunter kalt bleibt. Die angrenzenden, vom Ozon geschützten Regionen erwärmen sich dagegen. Dadurch entsteht ein extremer Luftdruckunterschied, wodurch Stürme und Unwetter häufiger werden.

Diese Unwetter sind es, die die Antarktis isolieren und vor einer extremen Erwärmung bislang bewahrt haben. Es gibt schon Überlegungen, das Ozonloch über dem Südpol künstlich zu stabilisieren. Denn wenn das Loch sich wieder schließt, was vermutlich in den nächsten 100 Jahren der Fall sein wird, ist davon auszugehen, dass die globale Erwärmung auch das Leben in der Antarktis mit ihrer ganzen Wucht treffen wird.

Überlebenskünstler am Südpol

Pinguine im Schlamm Text 2


Welche Folgen würden Klimaveränderungen für die Bewohner der Antarktis mit sich bringen? Viele Tiere sind auf ein stabiles kaltes Klima angewiesen. Für Pinguine gibt es Hoffnung. Sie mögen zwar plump anmuten, aber sie sind wahre Anpassungskünstler.

dirk Steffens mit Pinguin Text 2 Quelle: ZDF

In Patagonien hat eine Pinguinart schon eine Region erobert, in der es gar kein Eis gibt. Die Magellanpinguine. In der offenen Ebene überleben sie dank eines Tricks: Sie graben mit ihrem Schnabel bis zu zwei Meter tiefe Löcher in den harten Boden. Darin findet die Brut Schutz vor Raubvögeln. Die wertvollen Wohnhöhlen werden von den Pinguinen mit allen Mitteln gegen Schmarotzer verteidigt. Dafür schrecken sie auch vor unerbitterlichen Kämpfen nicht zurück. Die Löcher graben sie mithilfe ihrer Schnäbel und ihren starken Füßen - Spitzhacke und Schaufel.

Andere Arten, andere Sitten

Zwei Felsenpinguine Text 2


Die Felsenpinguine auf den Falklandinseln können nur dank ihrer starken Krallen auf den harten Steinen überhaupt Fuß fassen. Ein sicherer Halt ist lebenswichtig, denn an der Küste lauern übermächtige Feinde. Die stürmische Brandung stellt die kleinen Felsenhüpfer vor eine extrem schwierige Aufgabe. Ohne ihre Krallen und die kräftigen Muskeln wären die Tiere hier verloren. Die Vögel stellen sich den Strapazen nicht ohne Grund. Pinguine sind immer auf der Suche nach sicheren Brutplätzen, möglichst weit weg von den Gefahren der Küste.

Felsenpinguine Text 2

Der Schutz des Nachwuchses treibt die Pinguine in bizarre Lebenswelten. Selbst die Wüsten Südamerikas haben Pinguine erobert. Dort schützen sie ihre Jungtiere unter einem Dach aus Kakteenstacheln vor Jägern aus der Luft. Überraschenderweise kommen die Pinguine mit der Hitze gut zurecht. Wird es zu heiß, steigern sie die Durchblutung ihrer Füße und geben so Wärme ab.

Fliegende Pinguine

Pinguine können fast überall überleben, solange es kaltes Wasser gibt. Denn kaltes Wasser ist nährstoff- und damit fischreich. Lebensgefährlich wird es, wenn sich die Tiere bei der Nahrungssuche von Strömungen im offenen Meer mitreißen lassen. Pinguine aus Patagonien landen dann auch schon mal in Rio.


Am Fuß der Copacabana haben sie allerdings keine Chance zu überleben. Die Meeresströme sind hier nicht mehr kalt genug und bieten deshalb kaum Nahrung. Die ausgehungerten und von der langen Reise über 5000 Kilometer erschöpften Tiere werden in Rio mühsam wieder aufgepäppelt. Ein extra eingerichteter Shuttle-Service bringt die Pinguine wieder zurück nach Patagonien. Es sind die einzigen Pinguine der Welt, die fliegen.

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