"Pilgerfahrt" nach Varanasi

Besuch an der ayurvedischen Fakultät

Am Ganges, dem heiligen Fluss der Hindu, liegt die angeblich älteste Stadt des Subkontinents, das sagenumwobene Varanasi. Eine "Pilgerfahrt" in Sachen Ayurveda hat Hermann Ammon in die Stadt geführt. Armut, heilige Kühe, Überbevölkerung - Varanasi erfüllt alle Klischees.

Professor Ammons Ziel ist die ayurvedische Fakultät der renommierten Hindu-Universität. Ammon hat neben Pharmazie auch Medizin studiert. Wie sieht er als "skeptischer" Naturwissenschaftler Ayurveda?

Massage als Aushängeschild


Um dieses System besser verstehen zu lernen, lässt sich der Gast aus Deutschland verschiedene Behandlungsmethoden erklären. Da ist erst einmal die Massage. Sie ist das Aushängeschild des im Westen als "sanfte Medizin" verkauften Ayurveda. Hier aber dient sie nur zur Vorbereitung für eine weitere Therapie. Eine junge Ärztin erklärt: "Durch die Massage mit Öl und Reis werden schädliche Stoffe, die das Gleichgewicht stören, an die Stellen des Körpers gebracht, wo man sie später am besten entfernen kann."

Lehre vom Gleichgewicht

Eine Schwitzkur dient zur Vorbereitung eines Rheumakranken auf eine Abführtherapie. Stundenlang wird einem an Depressionen leidenden Patienten ein mit Pflanzenextrakten versetztes Öl auf die Stirn getropft. "In unseren Krankenhäusern hätte man für so eine Prozedur gar keine Zeit", stellt Ammon nüchtern fest.


Ein Mann leidet an allergischem Asthma. Durch Ölmassagen wurde seine Erkrankung in den Magen-Darm-Trakt gebracht, so die Ärztin. Und da muss sie mit Hilfe eines Brechmittels raus. Zugeben oder Abführen, ein ayurvedisches Grundprinzip der Lehre vom Gleichgewicht. Ayurveda ist alles andere als eine "sanfte Medizin". Aber ist es eine wirkliche Alternative zur westlichen Pharma-Medizin?

Die Herausforderung ist gewaltig: Eine Milliarde Inder müssen medizinisch versorgt werden. Und täglich werden es mehr. Ein westliches Gesundheitssystem ist hier schlicht nicht finanzierbar. Das preiswerte Ayurveda scheint der einzige Ausweg. Doch dafür muss es bei möglichst vielen Krankheiten effektiv helfen. Die Wiederbelebung des alten Wissen, für Indien eine Überlebensfrage?



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