Pizarros Ende

Todesstoß durch Rivalen

Pizarro befahl, einen Großteil des Goldschatzes einschmelzen zu lassen und nach Spanien zu bringen. Doch der Schatz der Inka wurde auch ihm zum Verhängnis.

Indianische Schmiede verarbeiteten die unersetzbaren Kunstwerke zu handlichen Barren. 34 Tage brannten die Schmelzöfen, dann war das Zerstörungswerk vollbracht.

Goldbarren für die "Alte Welt"

Das "Blut des Sonnengottes" wurde zu feinem Blattgold verarbeitet. Es ziert heute die Statuen der Jungfrau Maria - Gold für die heiligen Reliquien der Eroberer. Die Schätze der Inka landeten in unzähligen Barren in den Schatztruhen der "Alten Welt". Schiffe transportierten die wertvolle Fracht über den Atlantik bis nach Spanien. Kaiser Karl V. brauchte sie dringend, um in ganz Europa seine Schulden zu bezahlen. In Sevilla landeten die sehnlichst erwarteten Goldschiffe aus der "Neuen Welt".

Neid und Missgunst

Den Spaniern hatte das Gold der Inka wenig Glück gebracht. Ihre schwer beladenen Karavellen waren leichte Beute für Piraten, Dutzende liefen auf Riffe in der Karibik oder sanken im Sturm vor der Küste Floridas - und mit ihnen die prächtigen Kunstschätze, die sie geladen hatten. Fast scheint es, als lastete ein Fluch auf dem Gold der Inka, seit die Spanier das Land erobert haben. Denn als die Beute verteilt war, brachten sich die Konquistadoren voller Neid und Missgunst gegenseitig um. Oro y Gloria: Blutige Bruderkriege um Gold und Ruhm erschütterten das Land.

Ungebrochener Kampfesmut

Auch Francisco Pizarro wurde die Rivalität seiner einstigen Weggefährten zum Verhängnis. Pizarro war unbekümmert, was seine Gesundheit und seine eigene Sicherheit anging. Er nahm kaum Rücksicht auf sich, denn er fühlte sich stark und ließ sich nicht von seiner Leibwache schützen, die ihm zur Verfügung stand. Das wussten seine Feinde, überfielen ihn im Palast in Lima und töteten ihn. Zwölf Männer braucht es, um den 66-jährigen niederzustrecken. Bis zuletzt wehrte er sich mit ungebrochenem Kampfesmut. "Komm her, Du mein treues Schwert, Gefährtin all meiner Taten", waren seine letzten Worte. Nur acht Jahre nach der Hinrichtung Atahualpas starb Francisco Pizarro am 26. Juni 1541.

Blutiger Sieg mit Folgen

Gold und Ruhm hatte der Konquistador für sich und Spanien erbeutet, und damit den Makel seiner niederen Abstammung ausgelöscht. Seinen blutigen Sieg bezahlte eine große Zivilisation mit dem Untergang und das Volk der Inka mit jahrhunderte langer Unterdrückung. Doch der Sieg der Spanier währte nur kurz. Sie waren gute Soldaten, aber schlechte Kaufleute. Das Gold Perus beschwor in Spanien eine Inflation herauf, die letztlich den Niedergang des stolzen Weltreiches besiegelte.

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