Platz 2: Der Fluch des Pharao

Rätselhafte Todesfälle überschatteten Fund des Tutenchamun-Grabes

Das sind die Zutaten für einen großen (Fernseh-)Mythos: eine jahrtausende alte, geheimnisvolle Kultur, ein mörderischer Fluch und eine rätselhafte Häufung von Todesfällen. Und dann eine Doku, die dieses Rätsel löst. Mit Traumquoten von 32 Prozent Marktanteil bei 12,4 Millionen Zuschauern und einer Flut von Zuschauerzuschriften ist die Terra X-Sendung "Der Fluch des Pharao" vom 19.10.1986 selbst zu einem Mythos geworden. Bei der Zuschauer-Abstimmung zum "Terra X-Wunschfilm" hat der Film jetzt - fast 26 Jahre später - den 2. Platz erreicht.

Zeitungsarktikel von 1922 über Grabfund im Tal der Könige
Artikel aus "The Illustrated London News" vom 16.12.1922

Es war ein wissenschaftliche Sensation und die Weltöffentlichkeit nahm regen Anteil: Die Entdeckung der Grabanlage Tutenchamuns. Jahrelang hatte der Engländer Howard Carter im Tal der Könige nach dem Pharaonengrab gefahndet und die Geduld seines privaten Geldgebers Lord Carnarvon strapaziert.

Grabfund löst Ägyptomanie aus
Ein entscheidender Hinweis aus der Grabräuberfamilie Rasul führte dann im November 1922 endlich zum Erfolg. Alles deutete auf eine unversehrte Grabanlage hin: Die Türen trugen noch Originalsiegel aus altägyptischer Zeit und schon in der Vorkammer stapelten sich die Grabbeigaben: Bilder von kostbaren Möbeln, Truhen und heiligen Tierfiguren gingen um die Welt. Die Welt war vom Ägyptenfieber gepackt. Ein wahrer Medienrummel begann, aber auch Konflikte um die Rechte an der Berichterstattung.

Vor den Augen der ägyptischen Regierung, zahlreicher Prominenter und vor laufender Kamera ließ Howard Carter am 17. Februar 1923 dann die versiegelte Grabkammer selbst öffnen: Sie war fast vollständig ausgefüllt durch einen unversehrten, goldglänzende Schrein, in dessen Innerem sich wertvolle Sarkophage und eine intakte Mumie verbargen - ein Jahrhundertfund! Doch die Berichterstattung um die Entdeckung selbst wurde bald überschattet von einer schlimmen Nachricht: Lord Carnarvon war schwer erkrankt, kurz darauf starb er.

Rache aus dem Jenseits?
Schnell machte des Gerücht vom "Fluch des Pharao" die Runde: "Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des Pharaos stört", soll auf einer Tontafel im Grab gestanden haben. Am Tag der Graböffnung soll eine Schlange ins Haus Carters eingedrungen und seinen Kanarienvogel getötet haben, berichteten seine Diener. Ein Zeichen - gelten die Schlangen doch als Beschützer des Pharaos. Und gab es nicht eine Kette mysteriöser Umstände, die den Tod des Lords begleiteten?

Howard Carter und A.C. Mace am aufgebrochenen Eingang zur Grabkammer Tutenchamuns
Howard Carter und A.C. Mace am Eingang zur Grabkammer Tutenchamuns. Quelle: ullstein

Bereits nach Rückkehr von den Ausgrabungen fühlte er sich schlecht, er soll an einer Blutvergiftung und an einer Lungenentzündung gelitten haben. In der Nacht seines Todes seien alle Lichter in Kairo ausgegangen und Foxterrier Susi im fernen England sei mit Schaum vor dem Maul zur Todesstunde des Lords ebenfalls verstorben - wie Carnarvons Sohn später berichtet. Und dann noch diese düstere Vorhersage Arthur Weigalls, Ägyptologe und Reporter, der in der aufgeheizten Stimmung am Tag der Graböffnung Lord Carnarvon einen baldigen Tod prophezeit haben soll.

Mysteriöse Verkettung von Todesfällen
Doch damit nicht genug: Bald darauf wurde von weiteren Opfern berichtet, die kurz nach Besichtigung der Grabkammer bzw. dem Umgang mit der Mumie gestorben sein sollen: Konservator Arthur Mace, Unternehmer George Gould, der englische Literaturprofessor La Fleur und Georges Bénédite, Konservator aus dem Louvre. Auch Carters Sekretär Richard Bethell sei dem Fluch des Pharao erlegen und löste eine Kettenreaktion aus: Der Vater stürzte sich aus Verzweiflung über den Tod des Sohnes aus dem Fenster. Sein Leichenwagen überfuhr auf der Fahrt zum Friedhof ein Kind - nur einige der Fälle, die von den Medien mit dem Fluch des Pharao in Verbindung gebracht wurden.

Die geheimnisvolle Tontafel wurde nie gefunden, auch waren offenbar nicht alle Todesfälle unmittelbar mit dem Grabbesuch verbunden. Doch das Rätsel war in der Welt: Was steckte also wirklich hinter dem Fluch des Pharao? Eine Spur führt in das Krakau der 1970er Jahre ...

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