"Plötzlich stand der Jaguar direkt neben mir!"

Interview mit Humboldt-Darsteller und Sprecher Benjamin Völz

Benjamin Völz ist Maler, Schauspieler und Synchron-Sprecher. Für den Dreiteiler "Tropenfieber" arbeitete er nicht nur als Sprecher, er übernahm auch die Rolle des Alexander von Humboldt im Film "Vorstoß am Orinoco". Im Interview sprach Völz über freilaufende Jaguare, beeindruckende Persönlichkeiten und importiertes Flusswasser.

Benjamin Völz als Alexander von Humboldt Quelle: ZDF


ZDFonline: Sie verspeisen im Film als Alexander von Humboldt einige Ameisen. Wie hat's geschmeckt?


Benjamin Völz: Eigentlich gar nicht so schlecht. Etwas scharf - war ganz gut gewürzt. Es war eher schwierig für mich, das Kaimanfleisch zu verzehren, hatte ich doch erst einen Drehtag zuvor ein solches Exemplar vermessen und untersucht.
Nein! Man isst keine Bekannten!


ZDFonline: Auch das Probieren von Flusswasser blieb Ihnen nicht erspart? Haben Sie das gut verkraftet oder gab es unerwünschte Folgen?


Völz: Krank war ich vor den Dreharbeiten. Die Tropenschutzimpfungen hatten mich niedergestreckt. Aber - nein, wir haben natürlich nur mitgebraches, deutsches Flusswasser benutzt! Merkt man das etwa?


ZDFonline: Eine der spannendsten Szenen im Film ist diejenige, in der Sie als Humboldt von einem Jaguar gestellt werden. Wie war das, mit einem zwar dressierten, aber einem dennoch gefährlichen Raubtier zu drehen?


Völz: Der Jaguar war das Maskottchen einer Militärbrigade, gefangen, aber nicht dressiert. Und der Tiertrainer konnte keine vernünftigen Knoten machen - plötzlich stand der Jaguar direkt neben mir. Das war aber gut für die Szene. Ich hatte mal eine Katze - man kann sie eigentlich ganz gut "lesen" - die Kleinen und die Großen.


ZDFonline: Haben Sie etwas gemeinsam mit Alexander von Humboldt?


Völz: Kann ich nicht sagen. In Berlin tragen wir beide keine Bärte. Vielleicht - die Neugier.


ZDFonline: Sie sind ja auch Sprecher der Reihe Tropenfieber, haben den Filmen über William Bligh, Alexander von Humboldt und Mary Kingsley ihre Stimme gegeben. Welcher der Charaktere hat Sie am meisten beeindruckt?


Völz: Doch - schon Humboldt. Mit ihm habe ich mich allerdings natürlich auch sehr viel mehr beschäftigt und viel gelesen.
Beeindruckend: Wenn man auf einem so riesigen Flusssystem wie dem Amazonas in einem winzigen Boot als Nichtschwimmer unterwegs ist - das ist schon was.


ZDFonline: Haben Sie manchmal wie Humboldt das Gefühl, aus Berlin flüchten zu müssen?


Völz: Man kann ja in Berlin so wunderbar vor Berlin fliehen - ein Grund, warum ich hier lebe. Aber reisen ist für mich schon immer sehr wichtig gewesen - eben mit Berlin als Basiscamp. Meinen Lieblingssatz von Humboldt kann ich deswegen voll und ganz unterschreiben: "Die gefährlichste Weltanschauung, ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben." In diesem Sinne - geht spielen, Kinder!

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