Populäre Kämpfe

Gladiatorenduelle à la Hollywood

Die ersten Gladiatorenspiele gab es bereits vor 2500 Jahren, 500 Jahre später erreichte die Popularität im Imperium Romanum ihren Höhepunkt. Doch selbst im 21. Jahrhundert unterliegen die Massen der Faszination der brutalen Kämpfe - wenn auch nur auf der Kinoleinwand.

In der Londoner Hightech-Schmiede The Mill entstand der aufwendigste und teuerste Gladiatorenfilm aller Zeiten: The Gladiator.

Tricktechnik mit Schönheitsfehlern

Modernste Animationstechnik zeigt die Welt der Römer so plastisch, wie sie noch nie zuvor im Kino zu sehen war. Stück für Stück entsteht das antike Rom - vor 2000 Jahren der Nabel der Welt. Die Trickspezialisten arbeiteten über zwei Jahre an dieser Stadtkulisse. Jedes Detail ist präzise nach den Angaben der Archäologen rekonstruiert. Dutzende von Einzelanimationen werden zum perfekten Gesamtbild kombiniert.


Doch das Geschehen in der Arena entspricht keineswegs der historischen Wirklichkeit, denn Wagenrennen hat es dort niemals gegeben. Die Zuschauerränge stammen aus dem Computer. Vollkommene Tricktechnik mit Schönheitsfehlern, denn mittelalterlichen Eisenrüstungen haben Gladiatoren niemals getragen.

Geburtsstätte der Kämpfe

50 Kilometer nördlich von Rom liegt die Gräberstadt Cerveteri. Von hier stammen die ältesten Bilder, die von Gladiatorenkämpfen erzählen. In solchen Häusern bestatteten vor über zweieinhalb Jahrtausenden die Etrusker ihre Toten. In den Wohnungen sind die ersten Gladiatoren und ihr blutiger Kampf auf Leben und Tod auf Wandmalereien verewigt. Es war ein grausamer Ritus, den die Etrusker erfanden: Die letzte Ehre für einen Toten sollte der Kampf an seiner Bahre sein. Das Blut der Gladiatoren sollte die Totengötter gnädig stimmen.

500 Jahre später wurde der Grabritus zum Massenspektakel, und das Kolosseum sein größtes Symbol. Der Blutdurst der Massen wurde hier in großem Stil befriedigt. Die Gladiatorenspiele waren das Herzstück einer gigantischen Unterhaltungsindustrie. Der Kampf auf Leben und Tod erfolgte nach festen Regeln, mit genau vorgeschriebenen Waffen und exakt definierter Ausrüstung. Es war der schrecklichste Sport, den die Menschheit je ersonnen hat.

Brutalität der römischen Antike

Zurückgeblieben sind davon heute nur noch Graffitis, von Fans in die Marmorsitze des Amphitheaters gekratzt. 2000 Jahre alte Bilder von Idolen und Namen derer, die hier sterben mussten. Über 50.000 Zuschauer fanden einst im Kolosseum Platz. Fast jede Woche wurde gekämpft. Zu Festzeiten auch täglich, über Wochen und Monate. Hunderttausende haben in diesen Mauern grausam ihr Leben verloren.


Das Kolosseum ist der große Zeuge, der noch heute von der Brutalität der römischen Antike erzählt. Wie auch das Schicksal jenes Mannes, dessen Name bis heute eng verknüpft ist mit Glanz und Elend der Gladiatoren: Spartacus, der Sklave aus Thrakien, der es wagte, sich gegen die Gewalt des Imperium Romanum aufzulehnen. Er war Anführer des größten Sklavenaufstandes, der sich jemals in der Geschichte Roms ereignet hat. Ganze zwei Jahre lang ließ er Rom erzittern.

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