Provokation und Mord

Kriemhild und Hagen suchen die Auseinandersetzung

Dietrich von Berns Waffenmeister, der alte Hildebrand, erfährt als Erster von der Ankunft der Burgunden am Hof der Hunnen. Gemeinsam mit seinem Herrn, der bei Etzel im Exil lebt, und einigen Rittern aus dem Land der Amelungen empfängt er die Reisegesellschaft vor den Toren. In aller Eindringlichkeit warnen sie die Gäste vor Kriemhilds Rache und raten zur Umkehr. Vergeblich.

Vor allem Hagen, dem groß gewachsenen Helden mit dem düsteren Blick, gilt der Zorn von Kriemhild. Zunächst lässt sie heimlich die mitgereisten Knechte erschlagen. Dann erst begrüßt sie ihre angereiste Familie, beschimpft Hagen als Mörder und Dieb und fragt ihn, warum er ihr Eigentum, den Nibelungenschatz, nicht mitgebracht habe. Die Antwort, er liege unwiederbringlich im Rhein versenkt, quittiert sie mit den Worten: "Ein Mord und zwei Raubtaten, war mir dadurch genommen, dafür möchte ich Arme meine Sühne nun bekommen."

Kriemhild scheint machtlos

Sie verbietet den Recken, ihre Waffen zum Festmahl in den großen Saal mitzubringen. Sie stößt aber auf Gegenwehr. Als Kriemhild wütend wird, stellt sich Dietrich von Bern schützend vor Hagen und weist die Königin in ihre Grenzen. Auch Etzel ist Siegfrieds Mörder herzlich willkommen, denn vor vielen Jahren erteilte der Hunnenherrscher Hagen den Ritterschlag und nahm ihn in seine Dienste. (Aventüren 24-28)

Dietrich von Bern am Festbankett - Nibelungen Quelle: ZDF

Ab dem 29. Abenteuer spitzt sich die Lage unaufhaltsam zu. Hagen von Tronje und der hünenhafte Spielmann Volker setzen sich auf eine Bank vor dem Palast der schönen Kriemhild. Beide beobachten durchs Fenster das bitterliche Jammern der gefühlskranken Frau. Sogleich eilen eine Handvoll Ritter in ihre Kemenate, die ihr Leid sühnen wollen. Mit 300 Recken im Schlepptau nähert sich Kriemhild ihrem Erzfeind. Der verpflichtet Volker noch schnell zur Rittertreue. Um die Königin zu demütigen, bleiben beide Edelleute sitzen, als sie vor der Bank anhält. Hagen hat Siegfrieds Schwert, mit dem er ihn einst durchbohrte, demonstrativ auf seinen Schoß gelegt. Schmerzerfüllt stellt ihn die Gastgeberin zur Rede, doch Hagen verhöhnt sie.

Essens-Tafel auf der Etzelburg Quelle: ZDF

Ein Attentat misslingt

Ein Kampf findet nicht statt, zu sehr fürchten Kriemhilds Getreue die beiden Degen. Auch erinnern sie sich an Hagens enge Verbundenheit mit König Etzel. Einmal mehr wird die Machtlosigkeit Kriemhilds klar trotz ihres hohen Ranges. Schon bald danach findet die Zusammenkunft mit dem Herrscher der Hunnen statt. Es folgt eine Aufzählung namhafter Persönlichkeiten, die bei der Sonnenwendfeier zugegen sind. Getafelt wird im Prunksaal der Etzelburg mit mehr als 1000 Mann. Wie der Autor versichert, ist es ein rauschendes Fest mit erlesenen Speisen und Getränken.

Die Nacht verbringen die Burgunden in einem riesigen Saal, der für jeden einzelnen Gast ein luxuriöses Nachtlager bereit hält. Doch die Männer sind in Sorge um ihr Leben. Deshalb bietet Hagen an, selbst die Schildwache zu übernehmen. Volker hilft ihm dabei -nicht, ohne zuvor ein Gute-Nacht-Ständchen zu fiedeln. Dann postiert er sich vor die Tür. Kriemhilds Attentäter lassen nicht lange auf sich warten. Doch der Plan misslingt: Sie werden rechtzeitig entdeckt und in die Flucht geschlagen. Am nächsten Morgen läuten die Glocken zur Messe - Heiden und Christen verrichten zusammen das Gebet. Das kann nicht gut gehen, obwohl in Etzels Reich Religionsfreiheit herrscht. Hagen und Volker nutzen jede Gelegenheit zur Provokation. So lassen sie ihre Gefolgsleute in voller Rüstung zum Gottesdienst aufmarschieren. Damit nicht genug: Die Männer verursachen ein Gedränge, so dass Kriemhild nur mit Mühe an ihnen vorbei kommt.

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