Prunkvoll und pompös

Das augusteische Bauprogramm

Kaiser Augustus hinterließ ein großes Erbe. Nicht nur politisch ging er in die Geschichte ein. Prächtige Bauwerke gehören ebenso zu seinem Vermächtnis. Nach seinem Sieg von Actium gegen Marc Anton initiierte er ein umfangreiches Bauprogramm in Rom, Italien und den Provinzen.

Eine Erneuerung des Stadtbildes von Rom war dringend notwendig. Der Baumeister Augustus schuf grundlegend Abhilfe gegen enge, stickige Gassen, brandgefährdete Mietshäuser und verbesserte die schlechten sanitären Verhältnisse.

Nikopolis - Die Siegesstadt

Augustus gründete die Stadt 31 vor Christus als Andenken für seine siegreiche Seeschlacht von Actium gegen Marc Anton und Kleopatra. Ein zur Schau gestellter Reichtum für Augustus' erworbenen Ruhm. Die antike Nikopolis liegt auf der Halbinsel von Preveza, in Epirus. Tausende Bewohner aus den umliegenden, zerstörten Gemeinden mussten dorthin zwangsumsiedeln.

Die neue Führungsfigur des Imperiums wollte ein Zeichen setzen. Durch spezielle politische und finanzielle Privilegien wuchs Nikopolis schnell zu einem wichtigen Handelszentrum im Mittelmeerraum heran. In ihrer Blütezeit zählte die Stadt über 320.000 Einwohner. Prunkvolle Villen mit feinen Mosaikböden prägten das Stadtbild.

Ein politisches Grabmal

Kaiser Augustus verband auch seinen Tod mit politischen Zwecken. Im Jahr 29 vor Christus gab den Auftrag zum Bau eines riesigen Grabmals auf dem Marsfeld. Augustus' Grab ist eines der frühesten Bauprojekte des Kaisers und Ausdruck seines Herrschaftsanspruchs.


Der politische Hintergrund für den Bau dieses Grabhügels ist eindeutig: Octavius versetzte sich damit in die Stellung eines hellenistischen Herrschers. Der Name "Mausoleum" ist eine Anlehnung an das damals berühmteste Grabmal des Königs Mausolos von Karien, das im Altertum als eines der Sieben Weltwunder galt. Außerdem hatte Augustus in Alexandria das Grab Alexanders des Großen besucht, das seine Bauideen beeinflusst haben könnte.

Mausoleum als Herrschaftssymbol

Im Gegensatz zu anderen früh geplanten Bauvorhaben wurden die Arbeiten am Mausoleum sehr zügig durchgeführt, so dass der Bau schon im Jahre 28 vor Christus weitgehend fertiggestellt war. Das Mausoleum war ein Politikum, eine Demonstration gegen Marc Anton. Durch die Errichtung der Grabanlage in Rom konnte Augustus sich als Vertreter Roms gegenüber dem Konkurrenten aus dem Osten profilieren. Schon der Standort auf der bis dahin freien Fläche des nördlichen Marsfelds war bedeutungsvoll: Hier lagen verdiente Staatsmänner und Konsuln.

Gebaut wurde dieses Monument unmittelbar vor den Toren der Stadt Rom, so dass jeder, der die Stadt betrat, sofort die Größe des Kaisers erkannte. Das Mausoleum war als zylindrischer Baukörper von 87 Metern Durchmesser gestaltet, über dem sich ein mit Bäumen bepflanzter, von einer Bronzestatue bekrönter Erdhügel erhob. Im Innern befand sich ein viergeschossiges System ringförmiger Gänge, deren Zentrum die quadratische Grabkammer des Augustus und seiner Nachfolger bildete. Der Bau war lange Jahrhunderte verschüttet oder zweckentfremdet, erst 1936 bis 1938 wurde er freigelegt.

Architektonisches Wunderwerk

Augustus gab zahlreiche Magazine, Paläste und Tempel in Auftrag. So auch das Pantheon, die Weihestätte für alle Götter. Von Agrippa, seinem Schwiegersohn, Architekten und engen Freund, wurde das Bauwerk in Rom im Rahmen einer Neugestaltung des ganzen Viertels in nur zwei Jahren zwischen 27 und 25 vor Christus hochgezogen.

Doch der Tempel brannte 80 nach Christus ab und der nachfolgende, von Domitian errichtete Tempel, fiel 110 nach Christus einem Blitzschlag zum Opfer. So begann Kaiser Hadrian Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus mit einem Neubau.

Bauwerk zur Verherrlichung

Das Pantheon des Agrippa scheint ein rechteckiger Tempel gewesen zu sein und die eigentliche Bestimmung des architektonischen Wunderwerks aus Granit und Marmor war die Verherrlichung der augusteischen Dynastie. Überlebensgroße Statuen der Schutzgötter Mars und Venus blickten einst aus den Nischen herab. Doch der Tempel, den Agrippa erbaute, brannte 80 nach Christus ab und der nachfolgende, von Domitian errichtete, fiel 110 nach Christus einem Blitzschlag zum Opfer. Das Pantheon des Agrippa scheint ein rechteckiger Tempel gewesen zu sein und die eigentliche Bestimmung des architektonischen Wunderwerks aus Granit und Marmor war die Verherrlichung der augusteischen Dynastie. Überlebensgroße Statuen der Schutzgötter Mars und Venus blickten einst aus den Nischen herab.


Sein jetziges Aussehen erhielt das Pantheon in den ersten Jahren der Herrschaft des Kaisers Hadrian. Im Jahr 202 nach Christus wurde es ein weiteres Mal restauriert. 608 nach Christus schenkte der byzantinische Kaiser Phokas dem Papst Bonifaz III. Das Pantheon. Ein Jahr später wurde es dann in die Kirche S. Maria ad Martyres (Marienkirche) umgewandelt. Das Bauwerk ist aus zwei Elementen zusammengesetzt, einer traditionellen Vorhalle mit 16 korinthischen Granitsäulen und einem Rundbau, der von einer 43,20 Meter großen Kuppel gekrönt ist. In der Decke befindet sich ein neun Meter breites Loch durch das Licht eindringen kann, und die Kugel ganz ausleuchtet. Das Pantheon ist das am besten erhaltene antike Bauwerk Roms und der einzige erhaltene römische Tempel, der ohne grundlegende Veränderungen als christliche Kirche weiterbesteht.

Stadt aus Marmor

Das Forum Romanum war der Spiegel der gesamten Macht und Geschichte des römischen Imperiums. Auf diesem großen Platz mit Basiliken,Tempeln und Monumenten zwischen Kapitol, Palatin und Esquilin spielte sich das bürgerliche Leben des antiken Roms ab. Volks- und Senatsversammlungen wurden abgehalten, die Wahlen der Magistratsbeamten fanden hier statt und religiöse Zeremonien wurden durchgeführt.


Das Forum bildete den Mittelpunkt für Politik, Wirtschaft und Religion. Gleichzeitig diente es aber auch zur Selbstdarstellung und Verehrung der jeweiligen Kaiser und Konsuln. Je mehr Macht und Ruhm das Römische Imperium gewann, um so größer und herrlicher wurden die Bauten. Auch Kaiser Augustus nutze das Forum Roms, um seine Macht zu repräsentieren.

Das neue Forum Romanum


Unter Augustus veränderte sich das Forum Romanum vollständig. Einige Gebäude wurden neu errichtet, wieder hergestellt oder vollendet. Durch den exzessiven Gebrauch von Marmor, entstand ein prunkvoller Platz, vergleichbar mit der Akropolis in Athen. Im Jahr 29 vor Christus ließ er den Tempel des Caesar als ersten Monumentalbau auf dem Forum errichten - genau an der Stelle, wo die Leiche des ermordeten Caesar verbrannt worden war.

Ingesamt zeigte das Forum Romanum am Ende der augusteischen Zeit nicht nur eine vollständig neue Platzgestaltung, sondern vermittelte auch inhaltlich eine gänzlich veränderte Konzeption. Alte, von Augustus jedoch umgestaltete Denkmäler, sollten die ruhmreiche Geschichte der Republik verkörpern. Weitere Bauten propagierten die vorgesehenen Nachfolger seiner politischen Stellung. Das politische Zentrum der Republik wurde zu einem Repräsentationsplatz des Prinzeps und seiner Familie.

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