Qualvoller Tod

Kreuzigung als grausamste Foltermethode der Römer

Die Kreuzigung war eine Art Staatsterror. Schon Cicero bezeichnet die Kreuzigung als die grausamste Hinrichtungsart, die an römischen Bürgern nicht vollzogen werden durfte.

Wie lange die Qual dauerte, bis endlich der Tod eintrat, hing von der Arbeit der Henkersknechte ab.

Eine Art Staatsterror

Der Verurteilte wurde ans Kreuz gehängt, die Arme gebunden oder genagelt. Wenn man das Leiden verlängern wollte, befestigt man in einer bestimmten Höhe einen schmalen Sitz. Der Gekreuzigte setzt seine Beine drauf und stützt sich ab - in der Hoffnung, besser ein- und ausatmen zu können. Doch der Sitz ist so schmal, dass er immer wieder abrutscht. Der Gekreuzigte versucht, sich immer wieder hochzuziehen. So ist es möglich, die Person über Tage am Leben zu halten. Der Exitus trat meist durch Kreislaufkollaps und Herzversagen ein.

Ein schauerliches Zeugnis aus dem ersten Jahrhundert entdeckten Archäologen in einem einem jüdischen Grab. In einer Urne fanden Archäologen 1968 die 2000 Jahre alten Knochen eines gekreuzigten Mannes, so berichtet es der Paläoanthropologe Joe Zias. Bis heute ist dies der einzige archäologische Beweis weltweit - obwohl Hunderttausende gekreuzigt wurden.

Höllenqualen

Im Fersenknochen des Gekreuzigten steckt noch der Nagel. Sogar Reste der Unterlegscheiben aus Holz sind erhalten. Jesus muss Höllenqualen durchlitten haben. Der Galiläer hielt die Tortur offenbar nicht lange aus. Schon nach wenigen Stunden prüfte der Hauptmann, ob Jesus wirklich tot war. So zumindest vermittelt es der Text von Johannes.

Es heißt aber auch, dass Blut und Wasser aus der Wunde austraten. Was kann das bedeuten?


Eine Gruppe glaubte nämlich, als göttliches Wesen könne Jesus keinesfalls sterben wie ein Mensch. Johannes hingegen will ausdrücklich betonen, dass der Wundertäter Erdenbürger und Gott zugleich war. Aus medizinischer Sicht aber wirft der Lanzenstich Probleme auf.

Leeres Grab nach zwei Tagen

Wenn Jesus bei der Abnahme vom Kreuz lediglich im Koma lag, dann wäre er nach menschlichem Ermessen spätestens im Grab erstickt. Nicht aber in der Gruft, von der die Bibel spricht. Die Adelsfamilie des Joseph von Arimathäa hatte die großzügige Anlage gerade erst für den eigenen Clan errichten lassen. Als Verschluss diente ein schwerer Rollstein. Im Zentrum derartiger Totenhäuser standen steinerne Bänke für die Bettung der Leichname. In den gut belüfteten Kammern könnte ein Scheintoter durchaus eine Zeit lang überleben. Und das Grab Jesu war nach zwei Tagen leer.

Eine Spekulation führt nach Paris - in die Bibliothèque Nationale. Dort steht die so genannte Nazareth-Tafel aus dem 1. Jahrhundert. Eingemeißelt in griechischer Sprache - ein kaiserliches Edikt. Es besagt: Demjenigen droht die Todesstrafe, der Bestattete aus ihren Gräbern holt und sie an einen anderen Ort bringt. Einige Forscher schließen daraus, dass ein römischer Regent das Gebot erließ, weil Jesus aus der Gruft genommen wurde.

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