Das Rätsel der Feenkreise

Wasserspeicher in der Trockenwüste

Dokumentation | Terra X - Das Rätsel der Feenkreise

Was steckt hinter dem kreisrunden Grasausfall, den sogenannten Feenkreisen am Rande der Namib? Vermutungen gab es schon viele. Nun konnten Wissenschaftler das Rätsel lösen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.02.2019, 00:00

Am Rand der Namib, wo die Wüste in die Savanne übergeht, stößt man auf ein Naturwunder, sogenannte Feenkreise: runde Flecken mitten im Grasland, in deren Mitte nichts wächst, an den Rändern aber umso üppiger. Auf Luftaufnahmen reihen sich diese Flecke zu Tausenden aneinander. Was steckt hinter diesen mysteriös aussehendem Naturschauspiel?

Dabei ist der Name „Feenkreise“ irreführend. Er wurde den Himba, dem hier ansässigen Volk, zugeschrieben. Die Kreise sollen Fußstapfen der Feen sein. Doch glauben die Himba weder an Feen, noch haben sie mit der Entstehung der Kreise zu tun. Hinter den Feenkreisen steckt etwas anderes. Sie sind kein Werk der Magie, sondern ein Wunder der Wissenschaft.

Spekulationen um feuchtes Erdreich

Was hinter dem kreisrunden Grasausfall steckt, ist ein spannendes Wissenschaftsrätsel. Vermutungen gab es schon viele. Sie reichen von Ufos und Meteoriteneinschlägen bis zu Gasen aus der Tiefe. Doch die wahre Erklärung könnte noch viel unglaublicher sein.

Wer in den Feenkreisen nach der Ursache gräbt, stößt auf eine spannende Spur. Die Erde im Inneren der Kreise ist feucht. Dabei ist hier, mitten im Trockengebiet, Regen äußerst selten. So selten, dass schon die ersten Tropfen sofort von den Savannengräsern aufgesogen werden und normalerweise gar nicht erst ins Erdreich gelangen. Nur im Boden unter den Feenkreisen gibt es Feuchtigkeit. Was hinter diesem seltsamen Phänomen stecken könnte, hat nun Professor Norbert Jürgens  von der Universität Hamburg herausgefunden.

Wie kleine Baumeister das Ökosystem beeinflussen

Professor Jürgens hat die Feenkreise in ihrem Verbreitungsgebiet von rund 2.000 Kilometer Länge von Angola bis Südafrika untersucht und festgestellt, dass überall dort, wo es Feenkreise gibt, auch etwas anderes zu finden ist: Psammotermes allocerus – Sandtermiten. Anders als andere Termiten türmen diese keine oberirdisch sichtbaren Großbauten auf, sondern errichten kleine Nester im Sand. Die Termiten benötigen für ihre Nester jede Menge Gras als Baumaterial und betreiben dazu an der Oberfläche einen Kahlschlag. Die Feenkreise sind demnach ihr Werk.

So komisch das klingt, für das Ökosystem sind die kahlen Stellen ein Gewinn. Die Feenkreise sind ein Beispiel für einen vorbildhaften Umgang mit der Ressource Wasser. An den kahlen Stellen kann Regenwasser ungehindert versickern, denn hier gibt es keine Pflanzen, die es aufsaugen. Unter der Erde kann sich so eine Art natürliche Zisterne bilden. Die Termiten schaffen sich auf diese Weise ihren eigenen Wasserspeicher. Und davon profitieren auch die Pflanzen am Rand der Feenkreise. Sie wachsen besonders hoch und können sogar in Trockenzeiten überdauern. Ein wunderschönes Beispiel für Nachhaltigkeit.

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