Rätsel um den Tod

Letzte Zuflucht Jekaterinburg

Ihre letzten Tage verbringen die Romanows gänzlich isoliert in Jekaterinburg. Im Keller des Hauses wird die Familie am 16. Juli 1918 auf grausame Art und Weise umgebracht.

Als letzte Station ihrer Verbannung wird die Zarenfamilie ins Ipatjew-Haus nach Jekaterinburg gebracht. Es wird das "Haus zur besonderen Verwendung" genannt. Dort lebt die Familie in totaler Isolation. Meldungen über das Schicksal des Zaren dringen in die Welt. Doch Lenin leugnet jede Gefahr, wie sein Telegramm an die Presse belegt. "Ex-Zar in Sicherheit. Gerüchte sind Lügen der Kapitalisten."

In London bemüht sich der Cousin des Zaren, König Georg V., vergeblich um ein Exil der Familie im Ausland. Legenden kursieren über die abenteuerliche Rettung der Familie durch den britischen Geheimdienst. Eine Zarentochter soll aus dem Ipatjew-Haus befreit worden sein.

Die letzten Stunden

Die Zarin schreibt auf die letzte Seite ihres Tagebuchs: "Karten gespielt, 15 Grad, um 10 Uhr zu Bett." Um Mitternacht wird die Familie in den Keller geführt - wegen "Unruhen in der Stadt." Wie für ein letztes Porträt sollen sie dort gesessen haben. "Wenn dieses Leben endet, treffen wir uns in einer anderen Welt wieder", steht im Tagebuch des Zaren. "Keine Trennungen mehr, endlich vereint."

Exekutionsprotokoll

Im Moskauer Staatsarchiv gibt es einen brisanten Fund: In der "Akte Romanow" liegt auch jenes Dokument, das die Aufklärung des Massakers ermöglichen sollte. Es ist ein Protokoll des Mörders Jakow Jurowskij. Als wäre es eine Heldentat gewesen, beschreibt der Bolschewisten-Kommandant jedes Detail des Verbrechens. Nach der Erschießung befahl er die Beseitigung der Leichen. Doch nicht alle waren tot.


Jurowskis Männer töteten sie mit Bajonetten. Sie übergossen die Gesichter der Toten mit Säure, um sie unkenntlich zu machen. Sie versuchten, die Leichen zu verbrennen - aber die noch frischen Körper fingen kein Feuer. Sie warfen die verstümmelten Toten in eine Grube. Doch aus Angst vor der Entdeckung holten sie die Leichen wieder heraus, um sie tief im sumpfigen Wald zu verscharren.

Sensationeller Grabfund

Der Geologe Alexander Awdonin ermittelt im Fall Romanow. Jurowskis Bericht bringt ihn auf die richtige Spur. Awdonin ist im Besitz einer Kopie, die er vom Sohn des Kommandanten erhalten hat. In den Birkenwäldern um Jekaterinburg macht Awdonin sich auf die Suche nach dem Zarengrab.


Die Lage ist im Protokoll des Mörders genau beschrieben. Im Mai 1979 macht der Geologe tatsächlich einen spektakulären Fund. Der Schädel des Zaren? Angst beschleicht den Entdecker. Noch wird die "Akte Romanow" geheimgehalten, und er vergräbt die Knochen wieder. Erst im Juli 1991 kehrt Awdonin mit einem offiziellen Exhumierungsteam an den Ort seiner Entdeckung zurück. In dem Massengrab liegen die sterblichen Überreste von neun Menschen. Sind es tatsächlich die Zarengebeine? Der Fund sollte zur wissenschaftlichen Weltsensation werden.

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