Rätselhafte Landung

Engländer mit holländischem Schiff in Japan

April 1600 - nach einer zweijährigen Höllenfahrt glaubt der englische Steuermann William Adams in einem Paradies gelandet zu sein. Die hoch entwickelte, rätselhafte Kultur des fremden Reiches beeindruckt ihn zutiefst. Das Glücksgefühl weicht aber schnell Angst und Entsetzen. Wer hat ihn gefangen nehmen lassen und warum?

Ein fürchterlicher Taifun hat Williams Adams' holländisches Schiff an der Küste Japans stranden lassen. Nur wenige Besatzungsmitglieder überleben. 19 Kanonen und hunderte von Musketen an Bord des Schiffes führen zu heftigen Spekulationen. Wollten die Fremden Japan überfallen?

Macht und Einfluss in Japan

Portugiesische Kaufleute und ihre Handlanger, die jesuitischen Missionare, sind schon 50 Jahre vor William Adams in Japan gelandet. Sie verfügen über Macht und Einfluss. Sie beherrschen den lukrativen Handel zwischen Japan und China. Die Ankunft des Engländers und der protestantischen Holländer versetzt die Katholiken in Panik. Sie fürchten um ihr Handelsmonopol. Weitet sich der Schrecken der europäischen Religionskriege auf Japan aus?



Seit Mitte des 16. Jahrhunderts versuchen die Jesuiten unter Einsatz ihres Lebens, heidnische Priester von ihrem "Götzendienst" abzubringen. Auf der südjapanischen Insel Kyushu gelingt es ihnen, zwei Machthaber zu bekehren. Diese Fürsten teilen sich mit den Portugiesen das große Seiden- und Silbergeschäft mit China. Sie treten mit ihren Untertanen geschlossen zum Christentum über. Der berühmteste unter ihnen ist der mächtige Fürst von Bungo. Die erste portugiesische Kanone in Japan war der Dank an ihn. Schon damals ein entscheidender Vorteil in seinem Kampf um die Macht.

Absolute Unterwerfung

Kanonen sind der Grund für die Verhaftung des Engländers William Adams. Er wird auf die Festung Osaka gebracht. Man verlangt eine Erklärung über die schweren Waffen an Bord des holländischen Schiffes. Was erwartet ihn in dieser uneinnehmbaren Burg? Überall beobachtet er Truppen, die auf ihren Einsatz warten. Innen und außen ist die Festung streng bewacht. Schließlich steht er vor dem Herrscher, der über Hunderttausende von Samurai gebietet: Fürst Tokugawa Ieyasu. Mit einer Bewegung seines Fächers kann er ganze Dörfer auslöschen. Hier wird absolute Unterwerfung verlangt. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt.

Die Jesuiten haben von Ieyasu die sofortige Hinrichtung des Engländers gefordert. Doch der Abenteurer setzt alles auf eine Karte. Er klagt die Portugiesen und Spanier an, einen ungerechten Religionskrieg gegen Holland und England zu führen und friedliche Handelsschiffe zu versenken. Er berichtet, dass er deswegen nicht den gewöhnlichen Seeweg nehmen konnte. Es blieb ihm nur die Route um Südamerika herum, durch die Magellanstraße.

Jahre voller Entbehrung



Zwei Jahre voller Entbehrungen habe ihn der Umweg über zwei riesige Ozeane gekostet. Der Missionar stellt Adams als Lügner dar und fordert seine sofortige Hinrichtung. Wem soll Ieyasu glauben? Von Religionskriegen in Europa hat man ihm noch nie etwas berichtet. Er lässt William Adams im Gefängnis auf seine Entscheidung warten.

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