Rebellion des falschen Zaren

Aufstand von Pugatschow mit harter Hand niedergeschlagen

Zwei tote Zaren allein sichern Katharina den Thron noch nicht. Sie braucht starke Persönlichkeiten an ihrer Seite, die ihre Selbstherrschaft stützen. Ihr erster Favorit ist Grigori Orlow - der Mann, der ihr zur Krone verholfen hat.

Katharina macht Orlow zu einem der reichsten Fürsten Russlands. Nach der Bescheidenheit der ersten Jahre genießen sie gemeinsam die Macht, den Reichtum und den Prunk ihrer Schlösser.

Luxuriöser Lebensstil

Ein Juwel der Zaren-Architektur ist der Chinesische Palast in Oranienbaum nahe Petersburg. Die Säle mit ihrem exotischen Flair atmen noch heute den luxuriösen Lebensstil der Zarin. Frühmorgens, bevor der Palast erwacht, geht Katharina spazieren und denkt über ihre Visionen nach: Sie will den Fortschritt nach Russland bringen und das Reich der Leibeigenen mit westlicher Aufklärung beglücken.



In den berühmten Briefen der Monarchin an den französischen Philosophen und Schriftsteller Voltaire (1694-1778) prahlt "Madame" gegenüber "Monsieur" mit dem hehren Gedanken, die Bauern zu befreien. Diese Vorstellung hatte sie bei den französischen Aufklärern abgeschaut. Zeigt Katharina hier echten Reformwillen, oder ist das nur ein Lippenbekenntnis, das ihrem Image dient? Die Härte des Lebens in ihrem Reich bleibt Katharina verborgen. Im Kosmos der Paläste lässt sich fabelhaft über bürgerliche Freiheiten für die Untertanen philosophieren. Das Volk ahnt von ihren Salon-Schwärmereien nichts.

Irdischer Prophet

Die russischen Bauern vertrauen auf Gott, hoffen auf die Güte von Mütterchen Zarin - und warten auf einen irdischen Propheten, der sie aus ihrem Elend befreit. Der Messias scheint 1773 gekommen. Unter der Fahne des Kosaken Jemljan Pugatschow erhebt sich das unzufriedene Volk. Die Rebellen brandschatzen rauben und morden, stellen Gutsbesitzer und Adelige vor ihre Tribunale. Immer weiter drängen sie in das Herz Russlands vor, bis nach Moskau.

Nach dem Tod von Zar Peter tauchen in ganz Russland falsche "Peter" auf. Auch Pugatschow tritt als Peter III. in Erscheinung. Zum Beweis zeigt er die Wundmale des Mordanschlags. Katharina wird von der eigenen Vergangenheit eingeholt. Pugatschow will die "deutsche Tochter des Teufels", die Thronräuberin, aus dem heiligen Russland verjagen. Wie viele "falsche Zaren" nutzt der selbsternannte Prophet den Aberglauben der Not leidenden Menschen. Das untertänige Volk rebelliert - und Katharina schwankt zwischen Verachtung, Großmannssucht und Angst: "Diese Verbrecher, die beschämen uns vor der ganzen Welt. Vor zwei Jahren hatte ich die Pest im Reich. Jetzt habe ich eine politische Pest. Das wird mit Hängen enden. Welche Aussicht für mich, die das Hängen nicht liebt."

Kein Pardon


Der vom Zeitungsgerücht zur "politischen Pest" mutierte Aufstand wird von Katharina mit harter Hand niedergeschlagen. Als es für sie gefährlich wird, kennt die Zarin kein Pardon: Die Rebellen enden auf dem Schafott, am Galgen oder in Sibirien. Auch Pugatschow wird mit dem Tod bestraft - weil er es gewagt hat, den Thron der Zarin zu bedrohen. Doch das Bild Katharinas, die ihrem Volk die Freiheit versprochen hat, erhält durch den falschen Zaren Risse.

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