Reichtum durch Bodenschätze

Ganze Dörfer profitieren durch professionellen Kupfer-Abbau

Der Archäometallurg Dr. Andreas Hauptmann arbeitet und forscht im Labor des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum. Das Spezialgebiet des Wissenschaftlers sind die Anfänge der Metallgewinnung. Ideale Forschungsregion ist das jordanische Wadi Araba.

Hauptmann untersuchte mit seinem Team Erze, Schlacken und reines Kupfer. Proben aus dem vorderasiatischen Raum, die mehr als 5000 Jahre alt sind.

Andreas Hauptmann, Experte für Archäometrie, interessierten zwei Aspekte: Mit welchem technologischen Wissen hat der Mensch es fertig gebracht, Metalle zu erzeugen? Und die zweite Frage war: Wenn man zum Beispiel eine Erzlagerstätte abbaut, wird Metall produziert. Wohin und in welchen Dimensionen wurde das Metall exportiert?

Kleinod für Forscher

Im fernen Jordanien, im Wadi Araba, liegt Fenan, eines der ältesten Erzreviere der Welt. Die Region ist noch heute für Forscher ein Kleinod. Denn Fenan gehört zu den wenigen Lagerstätten, die der moderne Bergbau noch nicht ausgebeutet hat.



In dem unberührten Terrain liegen überall verstreut schimmernde Erzbrocken. Professor Hauptmann braucht sie nur aufzusammeln. Die zerklüfteten Felsen tragen Spuren vom umfangreichen Abbau, der dort über Jahrtausende bis in die Römerzeit boomte. Mit einfachen Steinwerkzeugen schlugen die Menschen der Kupferzeit das begehrte Erz Tag für Tag von den Wänden. Sie folgten der grünen Farbe und trieben allmählich immer tiefere Löcher in den Fels.

Orientierung an Leistung und Profit

Uralte Monumente der Bergbaugeschichte prägen bis heute das Bild der abgelegenen Wildnis. Das gesamte Areal aus rotem Sandstein gleicht einem Schweizer Käse. Die geräumigen Stollen lassen keinen Zweifel, dass der Erzabbau sich schon damals an Leistung und Profit orientierte. In den staubigen Minen verrichteten Horden von Arbeitern ihr Tagwerk.


Ein harter Job in höllischer Hitze, bei knapper Luft und miserablen Lichtverhältnissen. Stundenlang knieten die Männer in den niedrigen Höhlen und klopften im Akkord. Tonnen von Erz schleppten sie aus der dunklen Arbeitsstätte. Riesige Schlackefelder sind der Beweis für die Mammutleistung der Bergleute.

Der Beginn einer neuen Ära

Die Erze kamen in die Siedlung und wurden im Schutze der Dorfgemeinschaft zu Metall verarbeitet. In dem Moment, wo Erz durch Bergbau aus dem Gestein herausgelöst worden war, hatte es an Wert gewonnen. Die Dörfer, die sich auf die Kupfergewinnung spezialisierten, erwarben schon bald ungeahnten Reichtum. Die Orte rund um Fenan lagen im Kupferrausch. Das rare Metall versprach nicht nur Wohlstand, sondern auch Macht.




Eine Entwicklung mit weit reichenden Folgen. Das Wadi Araba blieb jedoch kein Einzelfall. Daran besteht kein Zweifel. Forscher fanden heraus, dass sich die Gesellschaftsformen überall dort auf der Erde veränderten, wo in jener Zeit Erzlagerstätten vorkamen und der Abbau florierte.

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