Revolution durch Metallverarbeitung

Kupfer auch im 21. Jahrhundert einer der wichtigsten Rohstoffe

Das riesige Waffenarsenal in Arslan Tepe lässt ahnen, welche Konflikte die Erfindungen auslösten. Begehrlichkeiten wurden geweckt, die heftige Kämpfe um das gefragte Metall nach sich zogen.

Am Ende des vierten Jahrtausends vor Christus war der letzte König von Arslan Tepe kein Priester mehr, sondern ein Herrscher, der vor allem als Kriegsherr agierte.

Ende einer Ära

Doch selbst die militärische Aufrüstung konnte nicht verhindern, dass eine feindliche Invasion den Palast eines Tages vernichtete. Das gesamte Staatswesen brach zusammen. Aus der Stadt wurde eine Befestigungsanlage. Das Ende einer Ära.




Arslan Tepe war demnach die Geburtsstätte der organisierten Produktion von Metallwaffen. Ein makabrer Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Von da an gab es kein Halten mehr. Experimentierfreudige Schmiede entdeckten bald ein anderes Material und mischten es in das flüssige Kupfer. Der Name des neuen Rohstoffs: Zinn. Die feine Legierung, die daraus entstand, nannte sich Bronze. Härter als alles bisher Dagewesene, übertraf die geniale Komposition den Marktwert von Kupfer bei weitem. Dafür sorgte nicht zuletzt der attraktive goldfarbene Look.

Blutiger Siegeszug der Bronze

In hoher Stückzahl kamen Bronzeschwerter in Umlauf. Ihre messerscharfen Klingen läuteten ein neues Zeitalter der Kriegsführung ein. Schnell zeigte sich, dass Truppen mit Bronzewaffen stets im Vorteil waren, obwohl die Ausrüstung im Kampf "Mann gegen Mann" schwer wog. In jenen Tagen setzten die großen Eroberungszüge ein, die zur Unterwerfung zahlreicher Volksstämme führten. Im Lauf der Jahrhunderte etablierten sich riesige Reiche. Der blutige Siegeszug der Bronze dauerte fast 1.500 Jahre.

Erst die Verhüttung des Eisens verwieß den goldglänzenden Werkstoff auf den zweiten Platz. Eisen kam häufiger vor als Gold und Kupfererze und war somit erschwinglich. Fast alle Gebrauchsgegenstände wurden fortan aus Eisen hergestellt. Die Schmiede hatten Hochkonjunktur.

15 Millionen Tonnen jährlich

Ohne die Entdeckung der Metallverarbeitung wäre die heutige Zivilisation nicht denkbar. Das Kupfer stand am Beginn einer einzigartigen Technologie. Auch im 21. Jahrhundert gehört das uralte Material noch immer zu den wichtigsten Rohstoffen. Über 15 Millionen Tonnen werden jährlich für den Weltmarkt produziert. Tendenz steigend. Selbst die hochtechnisierten Industriegesellschaften können auf Kupfer nicht verzichten.


Das Metall verursachte die zweite große Revolution seit Entstehung der Erde. Bis heute ist Kupfer der Katalysator für Fortschritt. Was als zaghaftes Ausprobieren vor 10.000 Jahren begann, setzte eine unaufhaltsame Lawine in Bewegung. Eine rasante Entwicklung, wie sie eigentlich nur noch das Hightech-Zeitalter der Moderne kennt.

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