Rituale der Skythen

Tattoos und Mumifizierungszeremonien

1991 wurde im russischen Altai eine blonde Eisprinzessin geborgen. Seither wird sie mit einer geheimen Spezialtinktur aus dem Leninmausoleum "frisch" gehalten. Die Mühe lohnt, denn die einzigartigen skythischen Tätowierungen bleiben so erhalten.

Pantherkopf-Tätowierung Quelle: ZDF

Mumien informieren auch über die Geisteswelt der Steppenreiter. In einem Skythengrab fanden Archäologen Hanfsamen. Ein handfester Beleg für Herodots Drogentheorie.

Dunkle Reiternomaden

Die besten Jäger berauschender Drogen sitzen in St. Petersburg im Winterpalast. Der Sitz der Eremitage ist ein weltberühmtes Museum. Doch viele Schätze bekommen die Besucher nie zu sehen, wie zum Beispiel die skythischen Mumien von Expeditionen aus der Sowjetzeit. Sofort fällt ihre dunkle, beinahe schwarze Haut auf. Die Ursache: schlechte Konservierungsbedingungen in den Jahren des Fundes. Heute haben die Forscher bessere Möglichkeiten, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Welche Antworten verbirgt das Antlitz des dunklen Reiternomaden?

Mumie mit schwarzer Haut Quelle: ZDF

Mit Infrarotaufnahmen blicken russische Wissenschaftler unter die schwarze Patina der Haut des Leichnams. Mit bloßem Auge waren viele der phantastischen Tätowierungen auf der schwarzen Haut nicht sichtbar; Oberarm und sogar der Daumen sind dekoriert. Ein Pantherkopf ziert die Schulter des Mannes. Tierbilder auf Armen und Schultern sind charakteristisch.





Magische Zeichen

Parzinger entdeckte bei seiner Eismumie ebenfalls ein tätowiertes Stück Haut. Seine Vermutung: Auch ihn schützten magische Zeichen, damit er mit seinen Armen Feinde besiegen und Tiere jagen konnte, ohne verletzt zu werden.

Nähte an einer Mumie Quelle: ZDF

Deutliche Nähte zeigen, dass die Rückenhaut der Petersburger Mumie zusammengeflickt worden ist. Hinweise auf einen magischen Totenritus der Skythen? Schon Herodot berichtet, dass die Skythen ihre Toten regelrecht ausgenommen haben sollen. Wissenschaftliche Untersuchungen an den Mumien bestätigen seine Aussagen. Eingeweide wurden entfernt und Muskeln aus dem Körper des Verstorbenen geschnitten.

Mumifizierungszeremonie

Loch im Schädel einer Mumie Quelle: ZDF

Mit Steppengras und Wurzelwerk füllten die Skythen die Leichen und vernähten sie anschließend mit Pferdehaar. Der Beweis für eine Mumifizierungszeremonie, genau wie Herodot sie beschrieb. Die Öffnung im Schädel einer Skythen-Mumie deutet auf eine Extraktion des Gehirns hin. Dies praktizierten auch die alten Ägypter, um ihre Toten für den Eintritt in das Schattenreich des Jenseits zu konservieren.

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