Römische Kolonie Leptis

Griechen verlieren punische Küstenstadt

300 Jahre nach dem Tod Herodots gab es mit Rom einen neuen Eroberer der griechischen Kolonien in Libyen. Im Jahr 111 vor Christus stellte sich die punische Küstenstadt Leptis Magna offiziell unter römischen Schutz, wie man dies in der Diplomatensprache bis heute nennt.

Von Leptis aus wollten die Römer das Tor zwischen Afrika und Europa beherrschen. Die mächtige Basilika und das Forum zeugen noch heute von der einstigen Blüte.

Einträgliche Handelspartner



Die Garamanten lernten schnell, Leptis Magna und das römische Reich als einträgliche Handelspartner zu nutzen. Das gigantische Amphitheater der Küstenstadt und die anderen Arenen im Römischen Reich benötigten Hunderttausende von wilden Tieren aus dem Inneren Afrikas zur grausamen Unterhaltung der Massen.

Farbenprächtige Mosaiken aus Leptis zeigen die brutalen Spiele. Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen - das Ende war immer blutig. Angeblich ließen im Kolosseum manche Kaiser 10.000 Tiere an einem Tag hetzen. Einmal sollen auch Garamanten zu Opfern in der Arena geworden sein. Sie hatten die Umgebung von Leptis verwüstet und mussten nun dafür büßen.

Das Ende der Welt

Ansonsten fühlten sich die Römer in ihrer Kolonie Leptis sicher. Die Wüstenvölker lieferten Tiere, Sklaven, Edelsteine - wurden aber nicht als Bedrohung angesehen. Das Reich der Garamanten war für Rom das Ende der Welt.
Der Mainzer Archäologe Detlev Kreikenbom forscht seit sechs Jahren in Leptis. Von Britannien im Norden, über Köln bis nach Leptis Magna erstreckte sich das Imperium - Leptis war die südlichste Stadt.




Durch den Handel wuchs Leptis zu einer sagenhaft reichen Metropole - bewundernd die weiße Stadt am Meer genannt. Ein Schmelztiegel - Menschen aus verschiedenen Teilen der Mittelmeerwelt lebten dort. Doch auch weiterhin griechische Kolonisten, deren Erbe Professor Kreikenbom untersucht. Auf dem Markt mitten im Stadtzentrum wurden Sklaven, wilde Tiere, und vor allem Weizen gehandelt. Leptis wurde zur Kornkammer Roms.

Nachschub-Probleme

Schiffsflotten brachten die Waren nach Italien, ein sicheres Geschäft. Die wichtigste Handelsroute führte in den Süden, ins Garamanten-Reich. Ein Meilenstein am Anfang der Straße steht noch heute. Doch im Jahre 17 nach Christus bekamen die Römer plötzlich Nachschub-Probleme. Ihre Karawanen wurden überfallen, Brunnen zugeschüttet, Händler und ihre Lasttiere verdursteten. Die Römer beschuldigten die Garamanten.

In Leptis Magna wurde die folgenschwere Entscheidung zur Eroberung getroffen. Doch die Überfälle der Garamanten waren nur ein Vorwand. Tatsächlich sollte die lästige Konkurrenz im lukrativen Saharahandel ausgeschaltet werden.



Der kriegserprobte Cornelius Balbus - einst Privatsekretär von Caesar - wurde beauftragt, in der Garnisonsstadt ein schlagkräftiges Expeditionsheer zusammen zustellen.

Balbus' gewagter Plan

Noch nie zuvor hatte Rom sich militärisch so massiv nach Süden vorgewagt. Die Hitze, die unbekannte weit entfernte Welt - das alles hatte Rom lange Zeit abgeschreckt, nach Afrika zu greifen. Balbus' Plan war gewagt: Über 1000 Kilometer mussten seine Truppen, 20.000 Mann, zu Fuß durch eine der heißesten Wüsten der Welt, die Al-Hamada al-Hamra - die rote Wüste. Doch die Legionäre drangen bis Garama vor, dem heutigen Djerma. Was passierte, blieb lange im Dunkeln. Balbus selbst brüstete sich in Rom, er habe die Garamanten besiegt. Zu seinen Ehren gab es einen Triumphzug durch Rom.

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