Römisches Fiasko

Sieg der Cherusker über 15.000 Legionäre

In Germanien reichte die Herrschaft des Imperiums über den Rhein bis an die Elbe. 9 nach Christus sollte Varus mit drei Legionen das besetzte Germanien für Rom sichern. Die Mission endete in einer Katastrophe.

Es gab damals Gerüchte über Aufstandspläne der Germanen. Cassius Dio berichtet: "Varus sollte mit drei Legionen gegen die Unruhestifter zu Felde ziehen. Er hatte von den Cheruskern und anderen Unterworfenen Steuern eingetrieben und sie wie Sklaven behandelt. Das ertrugen die Germanen sowenig wie die Fremdherrschaft. Sie empörten sich. Aber nicht offen, sie gaben sich freundlich und lockten Varus in die Wälder."

Varus hatte sich sicher gefühlt. Schließlich waren die Cherusker seit vielen Jahren Verbündete. Viele waren sogar römische Söldner, in hohen Positionen, jetzt ergriffen sie für ihre Freiheit die Waffen. Nicht in offener Feldschlacht ließ der Cheruskerfürst Arminius die Römer angreifen, sondern in germanischer Guerilla-Taktik. Die Cherusker waren mit der Kampfesweise der Römer vertraut und in den Wäldern zu Hause. So hatten sie leichtes Spiel. Drei Tage lang dauerte das Gemetzel. Eine ganze Armee wurde ausgelöscht. 15.000 Legionäre. Roms Nimbus der unbezwingbaren Weltmacht war dahin.

Befreier Germaniens

Hätten sie die Barbaren, wie sie die Germanen nannten, anders behandelt, wäre die Geschichte vielleicht anders verlaufen. Tacitus schrieb: "Der Cheruskerfürst Arminius hatte es gewagt, das römische Volk auf dem Höhepunkt der Macht des Reiches herauszufordern. Siegreich im Krieg, war er unstreitig der Befreier Germaniens."

Im 19. Jahrhundert feierte man Arminius, auch Hermann genannt, als Freiheitsheld. Aber ging es ihm wirklich um Freiheit oder wollte er nur König der Cherusker werden? Es wird sich nie klären lassen. So oder so: Der Cherusker hatte Rom eine bittere Lektion erteilt. "Quinctili Vare, legiones redde!" Varus, gib mir meine Legionen wieder! Man hatte Kaiser Augustus den abgeschlagenen Kopf des Varus geschickt.

Abzug aus Germanien

"Dieses finstere Land mit seinen unberechenbaren Einwohnern war nicht das Blut eines einzigen Legionärs wert", meinte Tiberius. Die Legionen wurden aus dem Land der Germanen abgezogen und an Rhein und Donau zurück verlegt. Dennoch, die Verhältnisse blieben instabil. Nach der Varusschlacht also fand die römische Weltherrschaft an Rhein und Donau für immer ihre Grenze. Aus den Garnisonen wie Xanten, Köln und Mainz, wurden die ersten Städte der römischen Provinzen am Rhein. Aber da war noch ein ungeschütztes Vorfeld: Deshalb wurde quer durch Deutschland eine 550 Kilometer lange Grenzbefestigung angelegt: der Limes.

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