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Rom: Konstantins Flammenkreuz

Beim Kampf um die Macht setzt Konstantin auf göttliche Hilfe

Anfang des 4. nachchristlichen Jahrhunderts wurde das Römische Reich von vier Kaisern gleichzeitig regiert - eine komplizierte Konstellation, die Konstantin ändern wollte. Sein Ziel: die Einigung des Reiches unter seiner alleinigen Herrschaft.

Als Diocletian im Jahr 284 nach Christus zum Kaiser ausgerufen wurde, übernahm er die Herrschaft über ein monströses Staatsgebilde, das von innen und außen bedroht war - zu viel für einen Kaiser, befand Diocletian. Er kreierte das Vier-Kaisertum, die Tetrarchie. Jeweils ein "Oberkaiser" (Augustus) und ein "Unterkaiser" (Caesar) regierten in der West- und in der Osthälfte des Reiches.

Dezentrale Verwaltung

Karte: Aufteilung in Oströmisches und Weströmisches Reich
Karte: Aufteilung in Oströmisches und Weströmisches Reich Quelle: ZDF

Die vier Kaiser residierten nicht mehr in Rom, sondern in grenznahen Städten, um die Verteidigung vor allem gegen die erstarkenden Germanenstämme besser organisieren zu können. Zwischen den Kaisern gab es eine Hierarchie entsprechend den Verdiensten um das Imperium, dem Alter und der gesellschaftlichen Stellung - ein System, das anfangs gut funktionierte. Doch spätestens, als es um die Nachfolger ging, wurde es heikel.

In dieser Situation betrat Konstantin im Jahr 306 die politische Bühne des Imperium Romanum. Um 275 im heutigen Serbien als illegitimer Sohn des Militärtribunen Constantius Chlorus geboren, schaffte Flavius Valerius Constantinus, wie Konstantin wohl römisch korrekt hieß, dennoch den Sprung ganz nach vorn. Offenbar hatte sein Vater dafür gesorgt, dass er am Hofe des Diocletian in Nicomedia eine hervorragende Ausbildung bekam.

Militärische Lorbeeren

Konstantin konnte bereits auf militärische Erfahrungen verweisen, die er unter den Kaisern Diocletian und Galerius gesammelt hatte, als er nach Britannien ging. Dort kämpfte er an der Seite seines Vaters, der inzwischen westlicher "Oberkaiser" (Augustus) geworden war, gegen Scoten und Picten. Am 25. Juli 306 starb Constantius Chlorus überraschend. Daraufhin riefen die Soldaten des verstorbenen Kaisers dessen Sohn Konstantin, den sie als fähigen Offizier schätzen gelernt hatten, zum Kaiser aus.

Nach einigem Hin und Her erhielt Konstantin offiziell den Titel Caesar. Er war nun "Unterkaiser" im Westen. Sein Augustus war Kaiser Severus. Doch etwa zur gleichen Zeit schwang sich in Rom Maxentius zum Gegenkaiser auf. Alle Versuche, ihn wieder abzusetzen, schlugen fehl. Nach dem Tod des Kaisers Severus im Jahr 307 schmiedete Konstantin seine ganz eigenen Pläne. Er heiratete Fausta, die Schwester des Maxentius, fügte sich in das tetrarchische System ein und konsolidierte seinen Machtbereich von Trier aus.

Himmlische Zeichen

Himmlisches Zeichen für Konstantin: ein Meteoriten-Einschlag (Computeranimation)
Himmlisches Zeichen für Konstantin: ein Meteoriten-Einschlag (Compu... Quelle: ZDF

Konstantin war ein religiöser Mensch. Eine besonders innige Beziehung schien er zum römischen Sonnengott Sol zu haben. Im Jahr 310 soll ihm einem namentlich nicht bekannten Lobredner seiner Zeit zufolge auch der Gott Apollo in Begleitung der Siegesgöttin erschienen sein und ihm eine 30-jährige Herrschaftszeit prophezeit haben. Eine ähnliche Erscheinung will er auch zwei Jahre später gehabt haben - vor einer seiner wichtigsten Schlachten, diesmal jedoch ein christliches Zeichen. Ob es sich dabei um einen Meteoriten-Einschlag, ein Wetterphänomen oder tatsächlich um ein Flammenkreuz oder ähnliches gehandelt hat, ist nicht belegt.

Am 27. Oktober 312 war Konstantin mit seinen Truppen Richtung Rom unterwegs. Er wollte Maxentius aus dem Amt jagen. Zu Konstantins Beratern zählten auch einige Christen, darunter der Gelehrte Laktanz. Plötzlich soll - so die Legende - jenes Zeichen am Himmel erschienen sein, das Christogramm mit den Worten "in hoc signo vinces" ("in diesem Zeichen wirst du siegen"). Möglicherweise von Laktanz gedrängt, habe Konstantin dieses Zeichen auf die Schilde seiner Soldaten malen lassen. Von nun an nahm die Geschichte eine weltpolitisch bedeutsame Wendung.

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