Rom wird belagert

Seine neue Residenz schützt Kaiser Honorius vor Alarich

Nach Stilichos Tod stieg der den Goten feindlich gesonnene Senator Olympius zum starken Mann im Beraterstab des jungen Kaisers auf. Alarich hoffte dennoch auf Erfüllung seiner Forderungen. Andernfalls würde er Honorius zur Einhaltung der alten Zusagen zwingen. Sein Ziel lag klar vor ihm: Rom.

Rom wird belagert (Spielszene) Quelle: ZDF

Unter dem Einfluss von Olympius lehnte Kaiser Honorius alle Forderungen der Goten nach gutem, sicherem Siedlungsland ab. So sah sich Alarich schließlich gezwungen, andere Seiten aufzuziehen. Im Herbst 408 führte er seine Kämpfer abermals nach Italien hinein. Diesmal sollte ihn niemand mehr aufhalten.

Germanisch-stämmige Einwohner werden aus Rom vertrieben (Spielszene) Quelle: ZDF

Großer Zulauf

Während der pogromartigen Übergriffe gegen germanisch-stämmige Einwohner Roms flohen Tausende aus der Stadt: Männer, Frauen, Kinder und Alte. Die meisten von ihnen schlugen sich nach Norden ins Lager der Goten durch. Unter den Flüchtlingen waren dabei auch Handwerker und zahlreiche entlaufene Sklaven - ehemals germanische Kämpfer, die als Kriegsgefangene in römische Sklaverei geraten waren und nun die Truppen Alarichs aufstockten.

Der Zug der Westgoten bewegte sich von Erfolg zu Erfolg. Eine Stadt nach der anderen fiel ihnen in die Hände. Ravenna jedoch, des Kaisers Residenz, ließ Alarich buchstäblich links liegen. Die Stadt war durch umliegende Sümpfe geschützt und so gut wie uneinnehmbar - der Grund, weshalb Honorius hier residierte. Alarich wandte sich nach Süden. Sein Ziel war die Hauptstadt des Imperiums: Rom. Alarich hoffte, durch die Belagerung Honorius zum Einlenken bewegen zu können, zumal die Legionen des Kaisers an verschiedenen Stellen des Reiches durch Kriege gebunden waren.

Alarich und seine Heermeister blicken auf das belagerte Rom (Spielszene) Quelle: ZDF

Hermetisch abgeriegelt

Im November war Rom vollständig eingekesselt - eine grausame Belagerung begann. Obwohl Galla Placidia, die Schwester des Honorius, in der Hauptstadt lebte, zeigte sich der junge Herrscher in Ravenna unbeeindruckt. Zwar riet ihm Jovius, ein neu hinzugezogener Berater, die gotischen Forderungen zu erfüllen, doch das Wort des Olympius wog schwerer. So blieb Alarich nichts anderes übrig, als die Belagerung fortzusetzen.

Von jeglicher Versorgung abgeschnitten, hielt bald der Hunger Einzug in Rom. Krankheiten grassierten und rafften Tausende dahin. Ohne Hilfe aus Ravenna auf sich gestellt, sah sich der Senat zum Handeln gezwungen. Er schickte zwei Unterhändler vor die Tore: Attalus und Festus. Die beiden Senatoren sollten die Chancen ausloten und das Beste für die Stadt herausholen.

Alarich verhandelt mit den römischen Senatoren (Spielszene) Quelle: ZDF

Harte Forderungen

Doch die Abgesandten konnten Alarich nicht beeindrucken. Der Gote wußte genau, dass die Römer nur über schwache Militärkräfte vor Ort verfügten. So forderte er die Ablieferung aller Schätze der Stadt und der Bürger einschließlich aller barbarischen Sklaven. Angesichts ihrer ausweglosen Situation übergaben die Römer schließlich tonnenweise Gold und Silber, Tausende wertvollster Seidengewänder und farbige Felle - und ein Heer von Sklaven.

Alarich ließ nun wieder Nahrungsmittel-Lieferungen in die Stadt zu - für drei Tage. Diese Zeit sollte Senator Attalus nutzen, um den Kaiser zur Einlösung des alten Versprechens zu bewegen: gutes Siedlungsland für die Goten. Tatsächlich zeigte sich der Kaiser zu Zugeständnissen bereit. Das Volk feierte Attalus und seine Senatoren-Kollegen als Helden. Als die Goten die Belagerung beendeten, schien die Stadt gerettet und der Ausgleich mit den Fremden gelungen. Doch es sollte ganz anders kommen.

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