Roms Rache

Sieg der Militärmaschine

Den entscheidenden Schritt in die Freiheit ging Spartacus nicht, denn er hatte niemals die völlige Kontrolle über seine Gefährten. Sie kamen aus der ganzen Welt, sprachen ganz unterschiedliche Sprachen - und hatten wohl auch ganz unterschiedliche Ziele.

Die Situation war verzwickt: Je erfolgreicher Spartacus war, was die Zahl seiner Anhänger anging, desto schwieriger wurde es, ein gemeinsames Ziel zu finden. Und darin lag das Unausgegorene dieses Aufstandes.


Wie ein Löwe im Käfig bewegte sich die Gladiatorenarmee durch Italien wieder nach Süden Richtung Meer. Zwischenzeitlich rüstete Rom auf. Der riesige Wall, mit dem die Römer die Sklavenarmee einschließen wollten, wurde noch überrannt. Aber bei Brindisi gelang es zehn römischen Legionen, Spartacus zum Kampf stellen. 50.000 Soldaten gegen 100.000 Sklaven - ein Bürgerkrieg mit furchtbarem Ausgang.

Widerstand gebrochen

Spartacus wollte selbst zum Feldherrn Licinius Crassus durchbrechen, um ihn vor den Augen seiner Soldaten niederzumetzeln. Ein kleines Häuflein seiner engsten Gefährten schlug ihm die Gasse. Doch plötzlich stand Spartacus vor einer Übermacht römischer Elitesoldaten. Ein Speer hat ihn angeblich in der Kniekehle verletzt. Spartacus strauchelte und wurde getötet. Nie wieder wird im Römischen Reich ein solcher Traum geträumt werden. Gleich nachdem Spartacus getötet war, war aller Widerstand der Sklaven gebrochen. Niemand konnte ihn ersetzen. Und gerade das macht klar, was für ein charismatischer und effektiver Führer Spartacus gewesen sein muss.

Martialische Warnung

Die Rache Roms an den Überlebenden war furchtbar. Entlang der Via Appia, der großen Ausfallstraße, ließ Crassus Tausende von Kreuzen errichten. Mehr als 6.000 Aufständische, so berichtet der römische Geschichtsschreiber Appian schaudernd, wurden hier zu Tode gemartert.


Es war eine Strafe, ganz nach römischem Geschmack. Eine martialische Warnung an alle, die gegen die ehernen Gesetze Roms zu rebellieren wagten. Ein Ausdruck der Brutalität, mit der Rom die Welt beherrschte. Bereits 70 Jahre vor Christi Geburt wurde mit diesem Massaker an der Via Appia das Kreuz zum Symbol für schreiendes Unrecht - und zum Armutszeugnis für die römische Kultur.

Neue Hoffnung im christlichen Glauben

Der Kampf des Spartacus hatte nichts bewirkt. Im Kolosseum erfreute sich das Publikum noch 400 Jahre nach seinem Tod an sportlichen Massakern. Aber unter der glänzenden Oberfläche Roms gärte es schon. In den zahllosen Gängen unter der Stadt, den Katakomben, entstand ein neues Bewusstsein. Bilder und Symbole erzählen davon.


Der Fisch ist das geheime Erkennungszeichen der frühen Christen, die in den Katakomben ihre Toten begraben und sich hier treffen, um den neuen Glauben zu leben. Die neue Botschaft ist so ganz anders, als das, was der römische Staat predigt. Es ist die Botschaft vom Guten Hirten, der verzeiht und Gnade walten lässt. Spartacus hatte sich gegen die Brutalität, die von den Arenen ausging, aufgelehnt ohne einen neuen Weg zu weisen. Der "Mord zu Unterhaltungszwecken" wurde im 4. Jahrhundert verboten als das Christentum Staatsreligion wurde. Aus dem "Multiplex-Theater der Grausamkeit" wurde ein Mahnmal.

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