Rückkehr an den Ort des Schreckens

Ausgangspunkt der Expedition war das irische Haven Cork

Die Crew eines der leistungsstärksten Spezial-Tauchboote der Welt suchte fast 5.000 Meter unter dem Meeresspiegel nach dem verschwundenen Giganten.

Das russische Forschungsschiff "Akademik Mstislav Keldysch" und seine Crew machte sich auf die Suche nach dem berühmten Wrack. Die Keldysch nahm also Kurs auf die Biscaya, in deren Gewässern das berühmteste deutsche Schlachtschiff des Zweiten Weltkrieges untergegangen war. Die neue Bismarck-Expedition leitete der Australier Mike McDowell. Mit an Bord waren Dieter Heitmann von der Marine-Kameradschaft und die ehemaligen Besatzungsmitglieder der Bismarck Heinrich Kuhnt und Heinz Steeg, die vor sechzig Jahren den Untergang des deutschen Stahlgiganten nur knapp überlebten. Sie wollten sich der Erinnerung an den furchtbarsten Tag ihres Lebens stellen. Vor ihnen lagen rund 380 Seemeilen bis zur Bismarck. Je nach Wetterlage braucht man dafür 38 Stunden.

Finanzielle Probleme der Forschung

Der russische Meeresforscher Anatoli Sagalewitsch, der über das wissenschaftliche Programm berichten wird, stand lange Jahre im Dienste der sowjetischen Ozeanologie. Der Staat finanzierte den angesehenen Wissenschafts-Betrieb. Leonid Breschnew persönlich stellte ihm eine Auszeichnung für seine verdienstvolle Tätigkeit aus. Doch nach dem Ende der Sowjetunion wurde die Finanzierung der Wissenschaft immer mehr zurückgefahren. Irgendwann gab es dann gar kein Geld mehr für die Expeditionen. Deswegen wurde schon früh nach Wegen gesucht, der Meeresforschung das Überleben zu sichern. Doktor Sagalewitsch hält sich und sein Schiff über Wasser, indem er mit Geschäftsleuten aus dem Westen zusammenarbeitet - so wie bei dieser Expedition auf der Suche nach dem alten Schlachtschiff.

Gedenken an die Toten

Die Position der Bismarck ist bekannt, seit Robert Ballard, einer der Entdecker der Titanic, das Wrack 1989 gefunden hat. An der Stelle des Untergangs wurde auf der Keldysch der Toten gedacht. Zum Abschluss einer Gedenkfeier auf hoher See, an der auch Steeg und Kuhnt teilnahmen, vollzogen die deutschen, russischen, amerikanischen und australischen Anwesenden ein altes deutsches Seemanns-Ritual: sie schütteten Weinbrand ins Meer. Dann wurden die Schiffsmotoren wieder gestartet und die Keldysch für die Suche nach der Bismarck in Position gebracht.

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