Rückkehr nach Europa

Teilerfolg im Südpazifik

Auf der Insel, die heute nach ihm benannt ist, unternimmt Bougainville den nächsten Landgang. Den Kranken an Bord der Boudeuse geht es immer schlechter. Mitten im vermeintlichen Paradies müssen die Franzosen weiterhin hungern.

Kommandant Bougainville mahnt seine Leute zu äußerster Vorsicht. Die Insel scheint zwar unbewohnt. Doch die Nahrungssuche bleibt auch bei diesem Anlauf schwierig. Spuren eines Tigers machen die Franzosen nervös. Etliche Bäume sind mit unsäglichen Schwärmen von Ameisen befallen. Um so größer die Erleichterung beim Anblick einiger weniger Kokospalmen, deren Früchte nicht verdorben scheinen. Die Gruppe um Bougainville untersucht derweil die Küste nach Hinweisen auf Bewohner.

Britische Konkurrenz voraus

Am Strand findet einer der Matrose eine zerbrochene Schrifttafel, auf die er sich keinen Reim machen kann. Für die herbeigerufenen Offiziere ist der Fund jedoch niederschmetternd: Denn die erkennbar englischen Worte sind der sichere Beweis, dass ihnen auch hier ihre britischen Konkurrenten zuvorgekommen sein müssen. Die Franzosen entdecken später auch den Ankerplatz der Engländer. Alle Indizien lassen sie vermuten, dass die "Swallow" unter Kapitän Cartaret gut vier Monate vor der Boudeuse die Insel erreicht hatte.

Doch die Franzosen geben nicht auf. Trotzig hinterlassen sie nicht nur eine eigene Inschrift, sondern bestimmen auch die genaue Position der Insel: 4°49'27" südlicher Breite und 149°44'15" Länge östlich von Paris. Bougainville ahnt, dass man nur durch solche Angaben die Längenausdehnung des Südmeeres wird bestimmen können. Und so heißt die Insel noch heute nach dem Mann, der ihre exakte Lage auf der Weltkarte festhielt: Bougainville

Zweibändiger Reisebericht

Erst am 24. Juli 1768 bricht die Boudeuse von der Insel Bougainville wieder auf. Unermüdlich bestimmt Astronom Verron noch immer die Geographie der Südsee. Die Expedition liefert der französischen Krone die ersten brauchbaren Seekarten des südlichen Pazifiks. Bougainville hält aber auch seine anthropologischen Beobachtungen in einem zweibändigen Reisebericht fest, der in Europa ein neues Interesse für fremde Kulturen auslöst.


1769 kehrt die Südland-Expedtion endlich nach Frankreich zurück. Nach zwei Jahren und vier Monaten hat Bougainville bei der ersten Welt-Umrundung eines Franzosen nicht mehr als sieben Männer verloren. Doch die erhofften großen Landgewinne gelangen ihm nicht. Nur Tahiti und die umliegenden Inseln Polynesiens sind noch heute französisch.

Bougainville wurde später von Napoleon zum Grafen geadelt. Zu seinen größten Bewunderern zählte Alexander von Humboldt. Am 30 August 1811 starb Bougainville in Paris.

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