Rückzug in die Einsamkeit

Leben im unheimlichen Märchenwelten

Das Verhalten des Königs wird immer seltsamer. An der Hoftafel lässt er sich hinter Dekorationen verbergen. Keiner soll ihn anblicken, auch will er niemanden sehen, will mit niemandem sprechen. Für das Land, das er regieren soll, ist das ein unhaltbarer Zustand.

Ludwig zieht sich Immer mehr in die Einsamkeit zurück, ist ruhelos, von Ängsten und Stimmungen getrieben. Auch in der Natur findet er keinen Trost mehr. Die Welt beginnt ihm zu entgleiten.

Theater der Illusionen

In seinen Schlössern werden die Fensterläden für immer geschlossen. Der König lebt nur noch nachts, wenn seine Untertanen schlafen. Dann zieht er sich zurück in ein unterirdisches Reich: in die Grotte seines Schlosses Linderhof. Ein unheimliches Märchenland, in dem alles künstlich ist - sogar der Wasserfall. Durch eine Handbewegung verwandelt sich die Venusgrotte in die blaue Grotte von Capri. In der Mitte der Nachen Lohengrins. Ludwig II. ist ein Fantast. Und doch fasziniert ihn die Technik. Der ganze Bau ist aus Gips, ein raffiniertes Theater der Illusionen.

Was verbirgt sich hinter den prächtigen Fassaden? Zwei Spezialisten steigen in den Dachstuhl des Schlosses von Neuschwanstein und machen dort eine erstaunliche Entdeckung. Was unten aussieht wie eine gemauerte Kuppel ist in Wirklichkeit eine moderne Stahlkonstruktion. Stahlträger halten den Bau zusammen, Jahre vor dem ersten Wolkenkratzer oder dem Bau des Eiffelturms.




Unerfüllte Träume

Die Visionen des Königs werden von einem Computer zu neuem Leben erweckt: Burg Falkenstein ist ein Entwurf, der in Disneyland stehen könnte. Bizarre Räume, bunt und verspielt - wie aus Kindermärchen. Ludwig wird sie nie betreten, denn das Schloss wird nie gebaut. Falkenstein bleibt der Traum eines Monarchen, der Wirklichkeit und Fantasie nicht mehr unterscheiden kann.



In einem Animationsstudio rekonstruieren Experten Ludwigs ungebaute Schlösser. Sie arbeiten nach Originalzeichnungen und detaillierten Grundrissen. Mit moderner Software entstehen aus den Bauplänen des Königs seine fantastischen Welten. Mitten in den bayerischen Alpen plant er ein byzantinisches Schloss. Nur die kostbarsten Materialien sollen verwendet werden. Von den Kosten will der König nicht wissen. Wenn es um seine Wünsche geht, ist er rücksichtslos. Dabei ist er längst bankrott.

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