Russlands erster Zar

Iwan der Schreckliche besteigt in Moskau den Thron

Am 16. Januar 1547 besteigt der erste Zar in Moskau den Thron. Die Krönung Iwans folgt ganz dem einstigen Hofzeremoniell der Kaiser in Byzanz - wie sie soll Russlands Herrscher die Christenheit führen.

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche überreicht die Insignien der Herrschaft. Mit der traditionellen Pelzkrone schmückt sich der junge Iwan aber selbst - keinem Menschen möchte er Titel und Amt verdanken. Denn zum Träger dieser Krone - und des Titels "Zar aller Russen" habe ihn Gott allein auserkoren.

Machtwille und Habgier

Alles und jeden will er sich unterwerfen - auch die Kirchenfürsten müssen ihm nun hörig sein. Zuerst wird das reiche Nowgorod Iwans unbedingten Machtwillen und seine maßlose Habgier zu spüren bekommen.
Die Klöster und Kirchen der alten Handelsstadt sind angefüllt mit Ikonen und Reliquien. In Moskau haben sie immer schon Neid und Begehrlichkeit hervorgerufen. Besonders auf die wundertätigen und mit Juwelen übersäten Kunstwerke in der Kathedrale der Heiligen Sophia hat es Iwan abgesehen. Eine nur dem Zaren gehorchende Spezialtruppe überfällt die Stadt und raubt ihre Schätze. Wer sich den berüchtigten "Opritschniki" entgegenstellt, wird ermordet oder entführt.

Die Petersburger Nationalbibliothek bewahrt ein bibliophiles Meisterwerk aus der damaligen Zeit. Die Chronik schildert in prächtig kolorierten Bildern Russlands Geschichte, auch die Taten - und Untaten des ersten Zaren. Iwan war es, der das Land ausplündert und terrorisiert.




Prototyp aller starken Männer

Im Moskauer Kreml gibt es einen Ort, der noch heute kaum zugänglich ist: Iwans Palast. Der Schrecken der Vergangenheit hat ihn geprägt - das Blut der Unschuldigen, das hier vergossen wurde. Und die Geschichten von exzessiven Orgien, bei denen der Zar Frauen und Töchter seiner Höflinge vergewaltigt haben soll. "Der Autokrat", ein Spielfilm aus der Sowjetzeit, stellt Iwan als Prototyp aller starken Männer dar. Das einfache Volk verehrt ihn und er nutzt skrupellos ihren Glauben an seine vermeintlich naturgegebene Macht - so wie es alle späteren Zaren ihm nachtaten.



Im Oktober 1552 steht das Schicksal des Zarenreichs auf dem Spiel; die Stunde der Entscheidung naht. 300 Jahre lang haben die mongolischen Tataren Russland beherrscht - jetzt stürmen Iwans Truppen ihre Hochburg. Am Ende des Tages hat der Zar einen grandiosen Sieg errungen und die Zukunft des Reiches gesichert - das Christentum triumphiert über den Islam.

Ein Beispiel macht Schule

Gnadenlose Härte ist ein Konzept, das aufgeht: Der Zar dehnt das Reich über das Uralgebirge bis weit nach Sibirien aus. Das Beispiel macht Schule. Hundert Jahre später bricht wieder ein mächtiger Zar zu neuen Eroberungen auf. Aber noch mehr: Mit einer konsequenten Verwaltungsstruktur will er den Bestand des riesigen Reiches sichern.

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