Sagenhafter Imhotep

Bewundertes Heilwissen

Die Stufenpyramide von Sakkara ist das erste Grabmonument dieser Form, sie wurde eigens für den Pharao Djoser errichtet. Ein genialer Baumeister, der später zum Halbgott aufstieg, hatte sie konstruiert: Imhotep.

Imhotep ging als Personifikation der Weisheit in die ägyptische Geschichte ein. Jeder Schreiber widmete ihm die ersten drei Tropfen Tinte bevor er einen Papyrus beschrieb. Auch bei medizinischen Problemen wurde er angerufen.

Bedrohliche Krankheiten

Heilte Imhotep mit der Kraft ihm bekannter Pflanzen? Aber mit welchen? Boten seine Rezepturen Schutz gegen bedrohliche Krankheiten? Fragen, die heute nicht mehr zu beantworten sind. Doch der Name Imhotep stand bis zum Untergang der ägyptischen Kultur und sogar darüber hinaus für das sagenhaften Medizinwissen im Reich am Nil.

Diesen verschollenen Schatz will Renate Germer dem Wüstensand von Sakkara wieder entreißen. Der einheimische Führer zeigt ihr ein Grab mit zugemauerter Tür. Die Forscherin ist fasziniert von der Inschrift darüber. Der Architraph ist mit fein gearbeiteten Hieroglyphen übersät: Die Ägyptologin entziffert Opferformeln, und den Namen des Toten, der sehr wohlhabend gewesen sein muss: Ni-anch-Re, Hofarzt, Priester und Geheimrat am Sonnentempel von Abusir.

Aufregende Hieroglyphen

Messer und Topf waren die Zeichen des Arztes. Die Inschriften erklären die Organisation der altägyptischen Ärzteschaft: Es gab Spezialisten, wie einen Augenarzt, der mit Messer, Topf und Auge deutlich ausgewiesen ist. Es gab Zahnärzte und auch Internisten. Die Scheintür eines Grabes berichtet von einem Hofarzt und seiner Frau. Ihr Name wurde noch zu Lebzeiten getilgt. War sie ihm untreu geworden und hatte der mächtige "Chefarzt" sie verstoßen? Die Hieroglyphen sind aufregender als so manche Artzserie.

Die Macht der Hethiter

Spannend auch die Operationen der Ärzte der Pharaonen: Die Archäologen fanden feinstes chirurgisches Besteck: Pinzetten, Skalpelle, Spatel und Schaber. Mit ihnen führten die Spezialisten komplizierte Eingriffe durch. Detaillierte anatomische Kenntnisse waren die Voraussetzung. Amputationen an nicht mehr zu erhaltenden Gliedmaßen wurden mit perfekt sitzenden Prothesen kompensiert.


Die ägyptischen Ärzte waren die besten der damaligen Welt. Das wussten die syrischen Fürsten ebenso wie die Hethiter, die von ihrer Hauptstadt Hattuscha aus ein gewaltiges Reich regierten. Wie eine Pyramide erhebt sich weißglänzend die südliche Wallanlage Hattuschas - als Zeichen der Macht der Hethiter. In so mancher Schlacht haben sie den Pharaonen das Fürchten gelehrt, doch das Heilwissen der Ägypter bewunderten sie.

Ein Beweis für die Wertschätzung der Ärzte ihrer Feinde wurde in den Mauern der mächtigen Residenz des Hethiterkönigs Hatuschili gefunden: Ein Brief an seinen Gegenspieler Ramses II. In bester Keilschrift bittet er den Pharao um die Entsendung eines Arztes, der seiner Schwester endlich zum gewünschten Nachwuchs verhelfen sollte. Die Antwort des großen Ramses war knapp: "Deine Schwester ist mit 50 Jahren zu alt für ein Kind, da kann mein bester Arzt nicht mehr helfen."

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