Sagenumwobene Geisterschlacht

Erste Niederlage Attilas

Im Spätsommer 451 nach Christus kam es zur entscheidenden Schlacht. Nahe der französischen Stadt Orléans standen sich das römische Heer und die hunnischen Truppen auf den Katalaunischen Feldern gegenüber. Die Zahl der Soldaten war auf beiden Seiten etwa gleich groß.

Der Kampf war eine Vielvölkerschlacht. Es kämpften nicht nur Hunnen gegen Römer, sondern auch Germanen gegen Germanen.

Mit den eigenen Waffen

Die Führer beider Heere hatten Fehden zwischen den einzelnen Völkern bewusst einkalkuliert. General Aetius zeigte sich dem Gegner ebenbürtig. Seit seiner Jugend kannte er die Kriegslist der Hunnen. Nun konnte er sie mit ihren Waffen zu schlagen: Er setzte Bogenschützen ein. Und seine Strategie ging auf.

Ein brutales Gemetzel entbrannte: Mann gegen Mann kämpften über Stunden. "Es kam zu einem schrecklichen, maßlosen und erbitterten Ringen", erinnert der Gote Jordanes. Für viele Soldaten endete die Schlacht mit dem Tod. Diesmal hatten die Hunnen nur wenige berittene Krieger - zu wenige gegen die Übermacht der Römer.

Weitläufiges Schlachtfeld

Das Schlachtfeld war so weitläufig, dass eine zentrale Befehlsgebung kaum möglich war - das heißt, der taktische Überblick fehlte. Irgendwann im Getümmel gelang es den Westgoten, dass Kampfgeschehen zu beherrschen. Sie umzingelten die hunnischen Krieger. Attilas Soldaten saßen in der Falle, gaben aber nicht auf. Eine Pattsituation.


Beide Parteien waren zu erschöpft, eine Entscheidung herbeizuführen. Tote, wohin das Auge blickte, darunter auch der König Westgoten. Die Verluste waren so groß, dass die Schlacht auf den katalaunischen Feldern als Geisterschlacht in die Sagenwelt einging. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn hatte Attila den Sieg eingebüßt.

Generöse Tat

Für die Schlagkraft seines Heeres war Aetius zu einer generösen Tat bereit. Er ließ Attila, den gefürchteten Hunnenkönig, ziehen. Der römische General Aetius verdankte den Hunnen, dass er selbst überlebt hatte. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, sie zu vernichten. Sie konnten als Alternative zu den Goten, die nach den großen Verlusten, den Römern möglicherweise nicht länger trauten, noch nützlich sein.

Doch Attila ging zunächst seine eigenen Wege. Sein Ruf als unbesiegbarer Feldherr war zerstört. Attila musste seine Soldaten unterhalten - er ließ seine Armee nach Italien marschieren. Ihr Weg durch Norditalien brachte Tod und Verderben. Die Hunnen waren weiterhin fähig, befestigte Städte zu erobern und große Beute zu machen.

Kirche in Gefahr

Deshalb lautete die Parole - ein neuer siegreicher Feldzug musste her. Rom fühlte sich bedroht. Und ebenso die christliche Kirche. Die Reichtümer der Stadt durften nicht in die Hände der Barbaren fallen. Der Legende nach, zog Papst Leo I. vor die Tore Metropole, um Attila von einem Angriff abzuhalten. Allein das Wort Gottes soll den Barbaren zum Umkehr bewegt haben. Tatsächlich traf Leo I. den König der Hunnen. Jedoch nicht vor den Toren Roms - sondern bei Mantua. Attila war bereits auf dem Rückzug.

Vor der Stadt bahnte sich der hohe Würdenträger einen Weg zum Zelt des Hunnenkönigs. Er wusste, dass der heidnische Fürst Mailand und Bergamo geplündert, die Stadt Aqiliea sogar vollständig zerstört hatte. Papst Leo kam nicht mit der Bitte, Rom zu verschonen, sondern er kam in der Absicht ein Geschäft zu machen.

Zurück an den Hof

Den Plan, die blühende Metropole am Tiber einzunehmen, hatte Attila längst verworfen. Seine Männer lagen danieder, von Seuchen und Krankheiten heimgesucht. Malaria forderte zahlreiche Todesopfer. Die Überlebenden sahen sich nicht imstande, neue Kriege zu führen. Ihr einziges Ziel lautete, die Beute sicher in die Heimat zu bringen. Erschöpft traten Attila und seine Soldaten den Weg nach Ungarn an - zurück an den hunnischen Herrscherhof.

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