Saladins glorreicher Sieg

Erfolgreiche Schlacht bei Hattin und Einzug in Jerusalem

Die Christen Palästinas stecken in einer Krise. König Balduin ist sterbenskrank, so dass sein Schwager, Guido von Lusignan, die Regentschaft übernehmen muss. Als rechte Hand steht ihm ein brutaler Prinz zur Seite, der Saladin zutiefst hasst: Rainald von Châtillon, Fürst von Antiochia.

40 Jahre lang ließen die Christen moslemische Karawanen auf ihren Wegen zwischen Ägypten und Syrien Kreuzfahrer-Territorien unbehelligt passieren.

Rücksichtsloser Rainald

Doch der rücksichtslose Rainald bricht den Frieden mutwillig. Im Januar 1187 überfällt er eine reich beladene Karawane. Er kerkert die arabischen Edelmänner und ihre Frauen als Geiseln ein und raubt sie aus. Saladin nimmt Rainalds üblen Übergriff zum Anlass, gegen die Christen militärisch vorzugehen. Guido von Lusignan, der König von Jerusalem, reagiert schnell. Aus sämtlichen Burgen und Städten seines Reiches ruft er alle verfügbaren Kämpfer zusammen.


Über dem Heiligen Land brütet die Sommerhitze. Am 3. Juli 1187 verlässt das christliche Heer sein Lager bei Saphoria. An der Spitze des Zuges: ein Tempelherr mit dem Wahren Kreuz, der wertvollsten aller heiligen Reliquien. Die Sonne brennt auf die schwer bewaffneten, gepanzerten Ritter nieder. Von quälendem Durst gepeinigt, hoffen die Männer, den nahen See Genezareth zu erreichen.

Zu spät für einen Rückzug

Saladin hat dies vorausgesehen. Er lag auf der Lauer und versperrt nun den Kreuzrittern den Zugang zum See. Die Christen müssen kämpfen, wollen sie nicht verdursten. Für einen Rückzug ist es zu spät. Zudem trumpft Saladin mit 10.000 Reitern auf. Gegen Abend lässt der Sultan Feuer legen. Der heiße Rauch schnürt den Christen die ausgetrockneten Kehlen zu. Ihr Untergang ist absehbar.


Am nächsten Tag, dem 4. Juli 1187, ziehen sich die Reste des Kreuzritter-Heeres mit dem Wahren Kreuz und dem Königszelt auf eine Anhöhe bei Hattin zurück. Saladin hat gewonnen, sein Sieg bei Hattin ist total. König Guido und der verhasste Rainald gefangen, der größte Teil der Ritter erschlagen und die heiligsten christlichen Reliquien in seiner Hand.

Stunde der Abrechnung

Die Stunde der Abrechnung ist gekommen. König Guido fürchtet um sein Leben. Saladin jedoch erfrischt ihn mit einem Becher Rosenwasser. Könige töten einander nicht, soll er gesagt haben. Doch Rainald, der Karawanen-Plünderer, ist in den Augen des Sultans ein nichtswürdiger Schuft. Eigenhändig schlägt Saladin seinem Todfeind den Kopf ab. Für einen speziellen Auftrag lässt der islamische Fürst große Exekutionskommandos anrücken. Alle Ordensritter müssen sterben.



Die Schlacht von Hattin hat für die Christen katastrophale Folgen. Der König in Gefangenschaft, die heilige Reliquie in Heidenhand. Da Guido fast alle Ritter zur Teilnahme verpflichtet hatte, sind Burgen und Städte kaum noch verteidigungsfähig. Eine Festung nach der anderen fällt.

Drohende Zerstörung der Moschee

Im Oktober 1187 stehen islamische Truppen vor den Toren Jerusalems und bereiten sich auf die Belagerung vor. Die Verteidiger bitten um Gnade. Doch Saladin denkt nicht daran. Er will sie so hinschlachten wie die Kreuzfahrer 1099 die Moslems ermordet hatten. Hinter den Mauern der Heiligen Stadt wissen die Menschen, dass sie dem Ansturm von Saladins Armee nicht lange standhalten können. Die Bewohner kontern geschickt. Sie drohen, im Falle eines Angriffs die Al-Aksa-Moschee zu zerstören, eines der bedeutendsten islamischen Heiligtümer.

Saladin entscheidet sich für ein vorsichtiges Handeln. Gegen Lösegeld will er die Christen verschonen. Darauf einigt man sich. Er hat sein Ziel erreicht und zieht friedlich in die Heilige Stadt ein. Für Saladin ist es sein größter, sein wichtigster Sieg. Wieder einmal wechseln über den Dächern der Heiligen Stadt die Insignien von Glaube und Macht. Das Königreich Jerusalem ist gefallen.

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