Salihs Assassinen

Menschliche Waffe gegen Widersacher Saladin

Nur ad-Din nutzt die neue Lage nach dem Rückzug des französischen Kreuzfahrers. Er setzt alles daran, in Damaskus Fuß zu fassen. Besäße er neben Aleppo auch Damaskus, kontrollierte er die gesamte Ostflanke der christlichen Gebiete - eine aussichtsreiche Machtposition.

Die Damaszenen wollen nur Nur ad-Dins Beistand, er will die reiche Stadt. Eingeschüchtert von massiven Drohungen öffnet Damaskus dem mächtigen Herrscher die Tore.

Das Blatt wendet sich

Nun braucht Nur ad-Din nur noch eine Allianz mit Ägypten, dann hat er die Kreuzfahrer-Staaten umzingelt. Aber er muss damit rechnen, dass auch die Europäer ein Auge auf das lohnende Objekt werfen. Die schiitische Bevölkerung jedoch steht dem Sunniten Nur ad-Din reserviert gegenüber, will nicht mit ihm kooperieren. Im Jahr 1168 wendet sich das Blatt. Kreuzfahrer überfallen eine Kleinstadt nahe Kairo und richten unter den Einwohnern ein grauenhaftes Blutbad an. Damit haben sie bei den Schiiten verspielt.




Nur zu gern geht der Machtpolitiker Nur ad-Din auf das Gesuch ein. Er entsendet einen seiner fähigsten Männer: Saladin. Doch der junge General kocht sein eigenes Süppchen. Zunächst lässt er alle einflussreichen Männer des Landes aus dem Weg räumen. Dann trachtet er auch Nur ad-Din nach dem Leben, denn wie dieser träumt er von der Alleinherrschaft über Ägypten, Syrien und Palästina. Als Nur ad-Din unter mysteriösen Umständen stirbt, wähnt sich Saladin fast am Ziel.

Auftragskiller suchen Saladin

Aber er unterschätzt die Qualitäten von Al Salih. Der Sohn Nur ad-Dins - gerade einmal zwölf Jahre alt - führt die Amtsgeschäfte seines Vaters in Aleppo weiter. Al Salih verweigert Saladin den Zutritt zur Zitadelle, als dieser die Nachfolge Nur ad-Dins beansprucht. Der junge Fürst schickt seinem Widersacher einige Männer auf den Hals, denen man meist nur einmal begegnet. Ihr Name ist wegen ihrer Taten in die Geschichte eingegangen - Assassinen - Auftragskiller.




Eines Nachts erhält Saladin Besuch in seinem Lager vor Aleppos Mauern. Die Assassinen töten einen seiner Leibwächter. Saladin hat Glück und kommt mit leichten Verletztungen davon. Geschockt zieht sich der General mit seinen Mannen zurück. Erst ein Jahr später wird er wieder vor Aleppo erscheinen.

Gebäck mit Drohbrief

Das nächste Mal ist Saladin vorsichtiger. So lässt er Wachen aufstellen und rund um sein Zelt Kreide und Asche verstreuen, um Fußspuren sichtbar zu machen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen finden die Assassinen einen Weg zu Saladins Schlafstatt. Neben seinem Kopfkissen hinterlassen sie Gebäck mit einem Drohbrief. Entweder er ziehe sich zurück, oder sie kämen wieder, um ihn zu töten. Saladin flieht umgehend. Sieben Jahre lang lässt sich der General nicht mehr vor Aleppo blicken. Erst 1181 ändern sich die Dinge. Al Salih stirbt im Alter von 19 Jahren - wie schon sein Vater und sein Großvater unter ungeklärten Umständen. 1183 sieht Saladin seine Zeit gekommen, gegen die Christen vorzugehen und Jerusalem zu stürmen.

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