Salzsteinabbau in der "Hallstattzeit"

Keltischer Reichtum durch "weißes Gold"

Auf ihrer Jagd nach verborgenen Bodenschätzen trieben die Kelten kilometerlange Gänge in das harte Gestein der Alpen. Österreichische Montan-Archäologen bringen Licht ins Dunkel der keltischen Bergbau-Geschichte.

Bei ihren Expeditionen offenbaren sich den Archäologen neben den Stollen auch viele interessante Details wie zum Beispiel abgebrannte Kienspäne, die sich an manchen Stellen meterhoch auftürmen. Ein besonderes Fundstück ist ein über 3000 Jahre altes und viele Meter langes Seil. An ihm wurde wohl die Ausbeute der Bergleute nach oben gezogen. Das Werkzeug der keltischen Kumpel ist bis heute erhalten.

Unzählige Probleme

Die Konstruktion der keltischen Minen versetzt die Archäologen immer wieder in Erstaunen. Im Bergbau gibt es unzählige Probleme: Beleuchtung, Belüftung, Entwässerung, Einsturzgefahr. Wie haben die Kelten das gelöst? Die Naturgewalten zu beherrschen ist eine Herausforderung, die besonders im Hochgebirge gewaltige Ausmaße annehmen kann. Thomas Stöllner vom Deutschen Bergbau Museum Bochum sieht in den Bergen bei Hallstatt ein ideales Forschungsgebiet.

Katastrophe im Stollen

Die Kelten waren alles andere als "Barbaren", wie die Römer behaupteten. Dies zeigt auch eine Ausgrabung an einem weltberühmten Gräberfeld. Es gab der Epoche um 700 vor Christus den Namen "Hallstattzeit". Funde zeugen von immensem Reichtum, in den Gräbern stößt man auf prächtigen Goldschmuck. Der Reichtum kam aus dem Berg.


In den Minen liegen hunderte Meter unter Tage kreuz und quer liegende Hölzer. In dem Stollen muss sich eine Katastrophe abgespielt haben, ein Bergsturz. Die Archäologen erkennen sofort die Pickelspuren der verschütteten keltischen Bergleute.

Große Herzen an der Wand waren das Ziel aller Anstrengungen. Salzblöcke, nicht Gold, wurden von den Hallstättern in der Herz-Form abgeschlagen - das war ihr Markenzeichen. Die Archäologen vermuten, dass die Kelten das "weiße Gold" gegen das "gelbe" tauschten. So kam der Goldschmuck in die Gräber rund um den Hallstätter See. Doch es bleiben Fragen: Woher stammte das Gold? Nur aus Tausch und Handel, oder existieren irgendwo in den Bergen unbekannte Goldminen? Das bergmännische Know How es zu fördern hatten die Kelten, das ist heute eindeutig erwiesen.

Der Fürst der Bergleute

Am Ramsaukopf nahe des Dürnbergs wurde Steinsalz gewonnen, hoch oben soll der Fürst der Bergleute gewohnt haben, so zumindest geht die Legende. Legenden, Mythen, Sagen ziehen Comicleser wie Esotherik-Gläubige an. Wo die Schrift fehlt, wie bei den Kelten, blüht die Phantasie. Die Archäologen müssen deshalb versuchen, die Steine zum Sprechen zu bringen.

Ein Steinfundament ist bisher alles, was die Forscher gefunden haben - für einen Fürstensitz etwas spärlich. Der reiche Herrscher über die Salzbergwerke sollte deutlichere Spuren, am besten goldglänzende, hinterlassen haben. Lügt die Legende? Ein weiteres Fundstück ist der ziemlich korrodierte Rest einer Fibel. Auf den ersten Blick wertlos, doch vielleicht ist das unscheinbare Objekt im Kelten-Gold-Rätsel einmal ein wichtiges Steinchen.

Magisches Metall

Im Keltenmuseum Hallein setzt Thomas Stöllner seine Suche fort. Ein frei-präparierter Goldklumpen entpuppt sich bei genauem Hinsehen als eine Anhäufung von feinst verzierten Goldscheiben. Der Kelte, der die Pracht mit ins Grab nahm, muss wahrlich "goldsüchtig" gewesen sein. Erleichterte sie seine Reise ins Jenseits? Gold war für das sagenumwobene Volk im Herzen Europas mehr als bloßer Schmuck, oder die Zurschaustellung von Reichtum. Es war ein magisches Metall.

Im Dürnberg fanden Bergleute 1573 den "Mann im Salz", ein vollkommen konservierter Kelte, 2000 Jahre alt. Die guten Christenmenschen haben ihn zum Unglück ganzer Archäologen-Generationen begraben und damit für die Wissenschaft zerstört.

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