Schatzsuche vor der Küste Panamas

Taucher entdecken die Munition eines Piratenschiffes

Eine internationale Tauchercrew suchte vor der Ostküste Panamas Spuren des legendären Piraten Henry Morgan.

Nie zuvor suchten Wissenschaftler an der Ostküste von Panama nach versunkenen Seglern. Man glaubte, dass die starke Strömung die zerbrochenen Holzrümpfe der Piratenschiffe über die Jahrhunderte längst weg geschwemmt hätten.

Bleikugeln und Munition

Doch beim Tauchgang entdeckten Klaus Keppler und sein Team eine große Kanone, offensichtlich englischer Bauart, und viele Eisenkugeln im sandigen Grund, von Muscheln völlig überkrustet. Sie fanden auch kleine Bleikugeln und Munition, wie sie für Musketen und Pistolen im 17. Jahrhundert üblich waren.

Dann machten die Taucher eine erstaunliche Entdeckung. Klaus Keppler stieß in der Tiefe auf ungewöhnlich Kugeln, so genannte Feuerbälle. Keppler ist sicher, dass dies die ersten historischen Handgranaten waren. Die Piraten füllten die Kugeln mit Pulver, verschlossen sie und brachten eine Lunte an. Kurz bevor eine Festung erstürmt wurde, zündeten die Männer die Lunte an und warfen die Feuerbälle über die Mauer.

Feuerwaffen auf dem Meeresgrund

Bleikugeln und Feuerbälle vom Meeresboden sind wohl die einzigen Überreste von Morgans spektakulärem Überfall auf die Festung San Lorenzo. Auf dem Weg nach San Lorenzo verlor Morgan sein Flaggschiff "Satisfaction". Es lief auf ein Riff und sank.

Ziel des Überfalls auf San Lorenzo war eigentlich die Eroberung von Panama an der Westküste Mittelamerikas. Panama-Stadt am Pazifik galt im 17. Jahrhundert als die reichste Stadt der Neuen Welt. Dort lagerten unvorstellbare Reichtümer - Gold- und Silberschätze der spanischen Kolonien. 1670 entschied sich Henry Morgan für eine der spektakulärsten Operationen der Kriegsgeschichte in der Neuen Welt.

Die Verteidigungsanlage San Lorenzo

Die Piratenschiffe gingen an der karibischen Seite der mittelamerikanischen Landenge vor Anker. Vorgeschoben auf einem Plateau versperrte die gigantische Festung San Lorenzo den Zugang nach Panama auf der anderen Seite der Landenge. Vom Meer aus war diese Verteidigungsanlage uneinnehmbar.

Die Piraten nahmen die Außenposten unter Beschuss und drangen in das Fort ein. Doch ein Überläufer hatte den Feind gewarnt und es entbrannte ein erbitterter Kampf Mann gegen Mann, doch die Piraten nahmen das Fort ein. Auch der Verlust seines Flaggschiffes "Satisfaction", hielt Morgan nicht von seinem Vorhaben ab. Die Flotte mit vier Booten, 32 Kanus und 1600 bewaffneten Piraten bewegte sich weiter in Richtung Panama, auf dem Rio Chagres, damals die einzige Verkehrsader der Landenge.

Keine reiche Beute

Rund fünfzig Kilometer ging es flussaufwärts, dann versiegte die Wasserstraße. Von dort aus mussten die Seeräuber zu Fuß über schmale Dschungelpfade und durch gefährliche Sümpfe weiter. Angespornt von der Aussicht auf fette Beute erreichte der Tross die reiche Küstenstadt Panama mit ihren Palästen, zahlreichen Klöstern und Kirchen - das Juwel der spanischen Kolonialherren.

Doch die meisten Gold- und Silberschätze hatten die Spanier in Sicherheit gebracht. Wutentbrannt ließ Morgan Panama in Flammen aufgehen. Bei der Aufteilung der wenigen Beutestücke aus Kirchen und Klöstern kam es zu Streitereien und zum Bruch zwischen den "Brüdern der Küste" und dem Admiral seiner Majestät. Morgan verließ seine Truppe und kehrte mit wenigen Vertrauten auf direktem Weg zurück nach Port Royal.

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