Scheitern der christlichen Mission

Verbot des katholischen Glaubens und Ausweisung aller Missionare

Adams nutzt seine enge Beziehung zum Shogun und wird zum einflussreichsten Vermittler zwischen den ausländischen Handelsniederlassungen und den Japanern. Selbst Spanier und Portugiesen müssen ihn inzwischen um seine Hilfe bitten, weil die Jesuiten ihnen oft nicht mehr weiterhelfen können.

Rom - die Machtzentrale der Jesuiten. Das Geheimarchiv des Ordens mit Tausenden von Briefen, handschriftlichen Berichten und Büchern. Hier hat der Japanologe Arcadio Schwade jahrelang die Geschichte der Missionare in Japan erforscht.

Ende der christlichen Epoche

Mit dem Verlust an Einfluss bei Hofe wird die Lage der Christen in Japan schwierig. Als Tausende von Gläubigen in stummem Protest an der Hinrichtung ihrer Glaubensbrüder teilnehmen, erwägt der Shogun ein Verbot des Christentums. Viele wagen nur noch heimlich zu beten. In dieser angespannten Situation erscheint ein spanischer Gesandter am Hof des Shogun. Ohne sich an die höfischen Formalitäten zu halten, fordert der Spanier die sofortige Ausweisung der Holländer und Engländer. Außerdem bittet er nachdrücklich um Genehmigung, die japanische Küste zu vermessen. Mit diesem Affront bricht das Ende der christlichen Epoche in Japan an.

Aus Furcht vor einer spanischen Invasion verbietet Ieyasu den katholischen Glauben und lässt alle Missionare ausweisen. Die japanischen Christen müssen sich in die Register buddhistischer Tempel eintragen lassen und das Kreuz mit Füßen treten. Wer sich weigert, wird hingerichtet. Tausende von Gläubigen werden Opfer einer blutigen Christenverfolgung, die noch jahrzehntelang unter Ieyasus Nachfolgern anhält.

Neue Ordnung, innere Ruhe



Tokugawa Ieyasu stirbt im Alter von 75 Jahren. Nach seinem Tod wird er zum Gott erklärt. Seine Söhne errichten ihm ein monumentales Mausoleum in Nikko. Der Schrein, in dem Ieyasu als Gott verehrt wird, ist das spektakulärste Beispiel von Machtarchitektur in Japan. Der Shogun geht als der bedeutendste Herrscher Japans in die Geschichte ein, als der große Reichseiniger, der dem Lande eine neue Ordnung, innere Ruhe und 265 Jahre Frieden gegeben hat. Ursprünglich waren Shogune nur militärische Machthaber auf Zeit. Ieyasu hat aber als tapferer General, als weiser Staatsmann die Bedeutung des Titels erweitert. Er ist zu dem Shogun der japanischen Geschichte geworden.

Zum japanischen Obonfest des Jahres 1620 stellt die Witwe William Adams einen Lampion mit dem Namen ihres verstorbenen Mannes auf einen See ihres Anwesens, um seine Seele zu einem meditativen Zwiegespräch einzuladen. Adams war plötzlich im Alter von 56 Jahren gestorben. Die schicksalhafte Begegnung mit dem Shogun hatte aus dem ruhelosen europäischen Piraten William Adams einen sesshaften Samurai und einen einflussreichen Berater gemacht. Die Tragik seines Wirkens bestand darin, dass er als Vermittler zwischen den beiden Kulturen das Ende des europäischen Einflusses in Japan einläutete. "Der Steuermann aus Miura" ruht mit Blick auf das Meer in Hirado, unweit des Ortes, an dem er einst in Japan landete.

Testament des William Adams

Im Archiv der Guildhall in London lagern hunderttausende von Testamenten und Dokumenten aus Londons ältester Vergangenheit. Hier hat Giles Milton bei seinen Recherchen zu dem Buch "Samurai William" das Testament des William Adams entdeckt: "Ich, der Seemann William Adams, der 17 oder 20 Jahre in Japan gelebt hat, - bin körperlich krank, aber von bestem Erinnerungsvermögen, gelobt und gepriesen sei Gott, verfasse dies als mein Testament".

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