Schicksalhafte Entscheidung

Die Expedition endet im Desaster

Trotz der prekären Lage gründet Kolumbus unter Zeitdruck die Orte Retrete, Bastimentos und Puerto Gordo, bevor er Belen ansteuert. Am Ende des Flusses soll ein Meer liegen. So haben es die Indianer erzählt. Ist die Wasserstraße die lang gesuchte Passage auf seiner Weltumsegelung?

Panamakarte Quelle: ZDF

Unverzüglich schickt der Genuese eine 70 Mann starke Expedition in den dichten Dschungel. Schließlich stößt der Trupp auf Eingeborene, die sie freundlich empfangen.

Die Männer trauen ihren Augen kaum, als die Indianer wertvolle Geschenke überreichen - Gaben aus purem Gold. Sofort lässt Kolumbus eine Siedlung bauen, denn er glaubt, er sei im sagenumwobenen, reichen China. Er nennt sie Belen, nach der heiligen Stadt Bethlehem. Noch heute erinnert sie an den umtriebigen Pionier.

Erbitterter Kampf

Der Aufenthalt in Belen entpuppt sich für Kolumbus als Schrecken ohne Ende. Er will aufbrechen, doch seine Segler können nicht auslaufen. Der Rumpf der Galega ist völlig zerfressen. Auch können die Männer nicht länger gegen das einströmende Wasser anpumpen. Der Admiral hat keine andere Wahl: Er lässt räumen. Kanonen, Proviant und Matrosen verteilen sich fortan auf nur noch drei Schiffe. Zum großen Schrecken machen nun auch die Indianer mobil. Sie wollen die Eindringlinge aus Europa nicht länger dulden. Ein erbitterter Kampf entbrennt. Kolumbus muss rasch handeln. Beim nächsten günstigen Wind flieht die Flotte hinaus aufs offene Meer. Zehn Spanier lassen ihr Leben, die Galega muss zurück bleiben. Eine bittere Bilanz.

In sicherem Abstand zum Festland segelt der Kapitän in südöstlicher Richtung. Gegen den Willen seiner Mannschaft, die auf direktem Weg das heutige Haiti ansteuern möchte. Auf dem Stützpunkt der Spanier könnte die Flotte endlich repariert werden. Kolumbus' Sohn Fernando beschreibt die Situation an Bord.




Verlassen in der Bucht

Im April 1503 erreicht die Crew erneut die Gegend um Puerto Gordo und Bastimentos. Dort trifft der Genuese eine schicksalhafte Entscheidung. Er beschließt, auch die Viscaina aufzugeben. Zunächst verteilt er den Proviant auf die beiden verbleibenden Schiffe. Im Gegenzug lässt er die Viscaina mit einem Großteil der Kanonen und Waffen beladen. Der Lastenausgleich ist notwendig, um die über 100 Mann starke Truppe sicher nach Hause zu bringen. Der schwer bepackte Segler treibt verlassen in der Bucht - irgendwo zwischen Puerto Gordo und Bastimentos.

Irgendwo auf der Route nach Hispaniola passiert es. Die dezimierte Flotte des Kolumbus ist vom Kurs abgekommen. Niemand weiß, wohin der Wind sie tragen wird. Tagelang treiben die Schiffe über das offene Meer in Richtung Jamaika - in ständiger Angst, mit Mann und Maus unterzugehen. Technisch bieten die beiden Segler schon längst keine Sicherheit mehr. Der Holzwurm hat ganze Arbeit geleistet.

Am 25. Juni 1503 rettet Kolumbus sich und seine Mannschaft in eine Bucht im Norden von Jamaika. Am nächsten Tag lässt er die Kähne an Land setzen und Hütten zum Schutz gegen Eingeborene errichten.

Endgültiger Bruch

Auf Jamaika kommt es zum endgültigen Bruch mit seinen Männern. Ein Großteil setzt sich ab ins Landesinnere. Mit nur wenigen Vertrauten sitzt der Admiral in der Bucht Santa Gloria fest. Schließlich rudert eine Handvoll Freiwilliger im Kanu über die offene See, um Hilfe zu holen.

Im November 1504 kehrt Christoph Kolumbus nach seiner vierten und letzten Reise zurück nach Spanien. Ein an Leib und Seele gebrochener Mann.

Bettelarm und verlassen

Am 20. Mai 1506 tritt der Entdecker seine letzte Reise an. Er stirbt in seinem Haus im spanischen Valladolid - bettelarm und verlassen. Dem Königshaus war sein Tod nicht einmal eine Meldung wert. Wo sein Leichnam ruht, weiß niemand genau. Sowohl Sevilla als auch Santo Domingo ehren den großen Seefahrer in ihren Kathedralen mit einem prunkvollen Grab.

Doch wer tatsächlich die sterblichen Überreste von Kolumbus hütet, ist bis heute ungeklärt. Erst eine vergleichende Analyse der Skelette könnte Aufschluss bringen. Die Dominikanische Republik aber verweigert ihre Zustimmung. So sonnen sich zwei Staaten im Glanz jenes Mannes, den sie zu Lebzeiten mit Missachtung straften.

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