Schieber und Schmuggler

Korrupte Machenschaften

Anlass zu Spekulationen gab die Darstellung eines bewaffneten Mannes mit Hunden am Cheopsfels. War er nur einfach ein Jäger oder ein Wüstenpolizist des Pharao - auf der Suche nach Schmugglerbanden?

Über die Route durch die Wüste wurde sicherlich nicht nur gehandelt, sondern auch die Verbindung nach Innerafrika kontrolliert. Sei es seitens des Militärs, der Polizei, aber auch etwa, um Schmuggel zu unterbinden.

Protzige Grabanlagen

Seit jeher brachten illegale Händler ihre Ware auf Schleichwegen durch die Westwüste. Das Sandmeer war selbst noch vor knapp hundert Jahren Tummelplatz für Schmuggler und zwielichtige Gestalten. Die Pharaonen versuchten von Anbeginn, den Schwarzhandel zu unterbinden. So besetzten sie die offiziellen Ämter in den Oasen mit engen Verwandten.


Doch die Günstlinge arbeiteten mit den Schieberbanden Hand in Hand und wirtschafteten in die eigene Tasche. Anders lassen sich die protzigen Grabanlagen der Provinzfürsten nur schwer erklären. Wie sonst hätten sich die Beamten fernab der großen Städte einen derartigen Totenprunk leisten können? Vom Weinverkauf und Dattelanbau allein ließ sich kein großer Wohlstand anhäufen. Waren die grünen Inseln Zentren korrupter Machenschaften?

Majestätische Ruhestätte

Seit 1978 fahndete in Dachla ein internationales Forscherteam nach greifbaren Belegen für die antike Korruption. Die majestätische Ruhestätte des Ima Pepi ist das Glanzstück der bisherigen Ausgrabungen. Ausstattung und Größe der Privatanlage standen in keinem Verhältnis zu Amt und Würden des Statthalters. Vorstellbar also, dass er als gewiefter Doppelagent Unsummen am Fiskus vorbei schaffte. Als oberster Sicherheitschef konnte er die dunklen Geschäfte nach Belieben manipulieren. So weit der Arm des Pharao auch reichte, die Piraten der Wüste fanden immer ein Schlupfloch.

Esel als Lasttiere

Bis ins siebte Jahrhundert vor Christus trugen Esel die Lasten über die staubigen Pisten. Wie eingebrannt schlängeln sich die uralten Trampelpfade der Grautiere durch das karge Gelände. Esel und nicht Kamele waren lange die stillen Stars der Wüste. Doch spätestens jeden dritten Tag mussten sie zur Tränke. Deshalb legten die Karawanenführer eine Kette von Wassertankstellen an. Eine logistische Meisterleistung. Das aufwändige Versorgungssystem entlang der gefahrvollen Routen erlaubte den Ägyptern, immer tiefer in das Totenreich vorzudringen. Der archäologische Beweis ist die große Ansammlung von Krügen aus dem Alten Reich am Wasserberg von Abu Ballas 250 Kilometer von Dachla entfernt.

Im heißen Wüstensand wurde eine uralte Eselstasche konserviert, die von dem Kölner Forscherteam geborgen wurde. Eine heikle Angelegenheit: Im Jahr zuvor wurde ein Bergungsversuch aufgegeben, die Bergung war zu schwierig. Nur eine winzige Probe gelangte nach Deutschland. Die Analyse mit der radiologischen Messmethode C 14 lieferte die Sensation: Das einmalige Exemplar ist 3250 Jahre alt! Zu jener Zeit also konnte die Tasche nur mit einer Karawane in die entlegene Wüstenei gelangt sein. Der fulminante Fund gelang Carlo Bergmann.

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