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Schiffbau im Dschungel

Unglaubliches Projekt

Nach zwei Wochen, in denen die spanische Expedition um Gonzalo Pizarro und Francisco Orellana oft keine zwanzig Meter am Tag vorangekommen war, notiert Pater Carvajal den Befehl Pizarros, mitten im Urwald ein Schiff zu bauen. Zu Wasser will man endlich schneller vorankommen.

Ein altes Schiff
Ein altes Schiff Quelle: ZDF

Gemeinsam mit Andres Durante, einem gelernten Zimmermann, übernimmt Francisco de Orellana die Bauleitung. Ein unglaubliches Projekt: Mit einfachsten Hilfsmitteln wollen die Spanier einen Zweimaster bauen.

Orellanas Verhandlungsgeschick

Bei der Suche nach Nahrung waren sie auf ein weiteres Dorf der Omagua gestoßen. Und dank Orellanas Verhandlungsgeschick versprachen die Indianer ihre Hilfe - für ein paar Äxte und Beile als Lohn und Geschenk. Pizarro versinkt unterdessen in ein wochenlanges Fieber - an seiner Seite sein Lieblings-Offizier, der junge Sanchez de Vargas.


Staunend verfolgen die Indianer, welch großes Boot die Spanier planen. Sie höhlen die gefällten Bäume nicht aus, sondern zersägen sie mühselig in Bretter und Planken. Und die Hufeisen der gefallenen und geschlachteten Pferde schmelzen sie ein, um daraus Nägel zu gießen. Selbst der auf die Anführerschaft Orellanas eifersüchtige de Vargas macht sich nützlich.

Surreale Wirklichkeit

Die Indianer flechten Seile aus Lianen und Segel aus Grasmatten. Nach fast zwei Monaten haben die Spanier einen kleinen Zweimaster fertig gestellt - die Wirklichkeit scheint plötzlich so surreal wie Pizarros Fieberträume. Mit Kautschuk, das die Indianer aus Bäumen zapfen, gelingt es am Ende sogar, die Fugen des Rohbaus abzudichten. Am 10. Dezember 1541 ist das Unglaubliche geschafft. Und Pater Carvajal tauft das Urwaldschiff auf den Namen "Victoria".

51 Spanier und Indios gehen an Bord, darunter Pizarros Günstling Sanchez de Vargas, außerdem zehn Kranke und der Chronist Carvajal. Pizarro gibt ihnen ausreichend Waffen und Munition mit, überträgt Orellana das Kommando und befiehlt seinem Stellvertreter, den Fluss hinab zu segeln - auf der Suche nach Proviant für den im Regenwald gestrandeten Entdecker-Tross.

Abschied von Pizarro

Der Malaria geschwächte Pizarro selbst bleibt im Basislager zurück. Noch ahnt niemand, dass Orellana und Pizarro sich niemals wiedersehen würden. Mit weniger als 80 Überlebenden sollte Pizarro ein halbes Jahr später über die Anden nach Quito zurückkehren. Der Besatzung der Victoria aber steht das größte Abenteuer ihrer Zeit bevor: die Eroberung des Amazonas.


Orellana verlässt sich dabei nicht nur auf die Männer, die sich beim Schiffsbau hervorgetan haben. Sehr zum Verdruss des Pizarro-Vertrauten de Vargas setzt Orellana auch mehr und mehr auf die Unterstützung des Inka-Dolmetschers Felipillo. An Bord der Victoria stellt sich bald heraus, dass der gebildete Fürstensohn Felipillo eine ebenso große Autorität ausstrahlt wie der spanische Aristokratensohn Orellana. Und so entwickelt sich eine Freundschaft, die kaum ins Weltbild des Jahres 1541 passt.

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