Schliemanns Gold - Das Gold der Samurai

"Terra X: Schliemanns Gold- Das Gold der Samurai": Eine Frau berührt den goldenen Fisch, der die Burg von Nagoya beschützte.

Dokumentation | Terra X - Schliemanns Gold - Das Gold der Samurai

Die Japaner verehren Gold als Glücksbringer. Die Burg von Nagoya mit ihren beiden übermannshohen goldenen Fischen steht für die wichtigste Epoche in der Geschichte des Landes.

Datum:
Verfügbarkeit:
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2005
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Japan zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Der Kaiser ist machtlos - blutige Kämpfe zerreißen das Land. Es geht um Macht, um die Führung unter den Daimyo, den Feudalherren. Und es geht um Gold, um die Schätze in den Burgen der Daimyo, bewacht von den Samurai.

Die Burg von Osaka. Ein breiter Wassergraben, mächtige Mauern. Im Innern stößt das Kamerateam auf die umkämpfte Pracht. Viele Räume reflektieren die Sonnenstrahlen in herrlichen Goldverzierungen. Höhepunkt ist der berühmte Goldene Teeraum: ein Raum, dessen Wände und Möbel über und über von gleißendem Gold überzogen sind. Gegen diesen Glanz verblasst sogar das Bernsteinzimmer.

Toyotomi Hideyoshi war der Herr der Burg von Osaka, gewandet in einen goldenen Mantel hielt er in der rechten Hand einen goldenen Fächer. Seine Sucht nach Gold ist berühmt, ja berüchtigt. Durch brutale Schlachten war der Sohn armer Bauern zum unbestrittenen Herrscher Japans aufgestiegen und hatte gewaltige Schätze angehäuft. Damit ließ er jedoch nicht nur seine Prachtbauten golden verzieren. Mit dem Edelmetall bezahlte er erstmals in der japanischen Geschichte ein stehendes Heer.

"Terra X" durchstreift einen Wald nahe der Burg Takamatsu. Dem deutschen Samurai-Spezialisten Professor Wolfgang Schwentker fällt eine von Sträuchern und Moos überwucherte Wand auf, die Ruinen eines Damms. Damit hatte Hideyoshi einen Fluss umgeleitet, so dass die in einer Ebene liegende Festung geflutet wurde.

Nicht die einzige List, mit der er anscheinend uneinnehmbare Burgen eroberte. So gelang ihm bei der Belagerung der Festung Kameyama erstmals in der Geschichte der Samurai ein Sieg durch Unterminierung der Mauern. Schwentker sieht in diesen Techniken erstaunliche Parallelen zur Goldgewinnung. Zufall?

Wagemut, Kühnheit, raffinierte Strategien und der kluge Umgang mit dem erbeuteten Gold zeichneten Hideyoshi aus. Ein Beutel des begehrten Stoffes öffnete manches Burgtor ohne Kampf. Bestochene Wachen gehörten ebenfalls zu Hideyoshis Repertoire. Er ließ die größten Goldmünzen der Welt prägen mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern.

Doch woher kam das Gold des Hideyoshi? Zusammen mit Professor Hans-Gert Bachmann fahren wir auf eine kleine vorgelagerte Insel an der Westküste Honshus: Sado. Auf dem sturmgepeitschten Eiland wurde vor 400 Jahren eine Goldader entdeckt, die einen Goldrausch auslöste. 100 000 Menschen stürmten nach Sado. Die Stirnlampe weist den Weg im Dunkel.

Bachmann im Kriechgang: Wie in einem Ameisenhaufen führen die per Hand geschlagenen engen Gänge noch heute durch den Fels der Sado-Mine. Für das Kamerateam nicht einfach, ihm hier zu folgen. Wieder an der Oberfläche, zeigt sich ein gespaltener Berggipfel. Zeichen eines menschen- und naturverachtenden Tagebaus - und Zeugnis für Tausende menschliche Schicksale. Die Goldinsel war auch eine Todesinsel.

Im Archiv der alten Mine findet Bachmann historische Rollbilder. Sie zeigen, wie in einer Bedienungsanleitung, die Methoden des Bergbaus vor 400 Jahren, ebenso die Weiterverarbeitung des Golderzes. Die Bilder sind so detailreich, dass der Professor sogar die einzelnen Arbeitsschritte experimentell nachvollziehen kann.

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