Seeschlacht gegen Napoleon

Triumphaler Sieg stoppt die Vormacht der Franzosen in Europa

Im frühen 19. Jahrhundert wird sich das Schicksal des britischen Weltreichs noch einmal auf hoher See entscheiden. Admiral Horatio Nelson, der begabteste Kommandeur der britischen Marine, steht im Kampf gegen den französischen Kaiser Napoleon. Seine Truppen haben schon ganz Europa bis nach Spanien überrannt. Nun will er mit einer mächtigen Flotte auch England besiegen.

Kanonen auf englischem Kriegsschiff
Kanonen auf englischem Kriegsschiff Quelle: ZDF

Schon im Sommer 1805 hat Nelson eine seltsame Vorahnung. "Ich hoffe, ich werde die Erwartungen meines Landes erfüllen", schreibt er, "und wenn es Gott gefällt, dass dabei meine Tage auf Erden gezählt sind, so geschehe sein Wille, Amen!" Nelson, von seinem Charakter her ein aggressiver Kämpfer, hasst die Franzosen. Sein Ziel ist es, die spanische und französische Seemacht ein für alle mal zu zerschlagen. Seine Waffe ist das Ship of the Line, die damals größte von Menschen gebaute Maschine aller Zeiten. Sein Flaggschiff "Victory" ist der Stolz der britischen Marine. 70 Meter lang und 15 Meter breit, mit mehr als 3000 Tonnen Wasserverdrängung. Fünfeinhalbtausend Quadratmeter Segelfläche, und auf drei Decks mehr als einhundert Kanonen.

Englisches Kriegsschiff (Computeranimation)
Englisches Kriegsschiff (Computeranimation) Quelle: ZDF

Die größte Hoffnung Englands

Nur die Flotte kann Großbritannien zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch vor der Invasion durch die Truppen Napoleons retten, die bereits weite Teile Kontinentaleuropas erobert haben. Admiral Horation Nelson hat sein ganzes Leben in den Dienst der Navy gestellt. Er ist nach vielen Gefechten auf einem Auge blind, sein rechter Arm musste nach einem Durchschuss amputiert werden. Ein schmaler, kranker Mann - und doch die größte Hoffnung Englands. In der Admiralität ist Nelson dafür bekannt, alle Beschlüsse und Vorschriften über Bord zu werfen, wenn es ihm in der Schlacht nötig erscheint. Sein unbedingter Wille hat ihm schon in aussichtslosen Situationen den Sieg gebracht. Unter Nelsons Führung wird die britische Marine am 21. Oktober 1805 die entscheidende Seeschlacht gegen Napoleons Flotte führen. Sie wird vor der spanischen Küste bei Cap Trafalgar über die Herrschaft auf den Weltmeeren entscheiden.

Britische Flotte im Nahkampf überlegen

Hätten die Briten bei Trafalgar gegen die napoleonische Flotte verloren, wäre wohl eine Invasion Englands die Folge gewesen. Dass diese Katastrophe nicht geschieht, ist dem Genie Nelsons und dem Kampfesmut seiner Männer zuzuschreiben. Es ist eine gewaltige Schlacht: 70 große Kriegsschiffe treffen im Kampf aufeinander. Aus 2148 Geschützen lassen die Briten einen Feuersturm auf ihre Gegner niedergehen. Die napoleonische Flotte sieht sich bald in einen erbitterten Nahkampf verwickelt. Sie kann der disziplinierteren britischen Artillerie nicht standhalten. Die Folgen des stundenlangen Beschusses sind furchtbar. Die englischen Geschosse fliegen der Länge nach durch die französischen Schiffe. Sie reißen Kanonen um, töten und verwunden Männer. Vor allem reißen sie zahllose Splitter los, die wie Speere durch die Luft fliegen. Auf einigen Schiffen gibt es durch eine solche Breitseite bis zu 400 Tote mit einem Schlag.

Nelsons Strategie der zwei Schlachtlinien (Computeranimation)
Nelsons Strategie der zwei Schlachtlinien (Computeranimation) Quelle: ZDF

In dieser Schlacht zeigt Nelson sein einzigartiges Genie. Er teilt seine Schiffe in zwei Schlachtlinien auf, gegen alle Traditionen der Seekriegsführung. An zwei Punkten gleichzeitig treffen jetzt seine Schiffe auf die Flotte Napoleons, die vorschriftgemäß in einer langen Linie in die Schlacht zieht. Nelsons Schiffe fahren mitten in die französische Flotte hinein, und nehmen sie so von allen Seiten unter Feuer. Zehn Stunden dauert das nachfolgende Gemetzel, der erbitterte Enterkampf.1600 Tote auf britischer Seite und zehnmal so viele auf Seiten der Franzosen und Spanier. Ein hoher Blutzoll steht am Beginn von Großbritanniens unangefochtener Weltherrschaft.

Triumphalen Sieg nicht überlebt

Den triumphalen Sieg hat Admiral Nelson nicht überlebt. Die Kugel eines französischen Scharfschützen hat ihn tödlich verwundet. Während der Pulverdampf noch über die Schiffe zieht, stirbt Lord Nelson in den Armen seiner Offiziere. Seinen Leichnam wird man in einem Rumfass konservieren und ihn als Retter Englands zurück in die Heimat bringen. 1600 tote Briten sind der Preis für die Beseitigung des einzigen ernsthaften Konkurrenten um die Weltherrschaft: Napoleon. Während des ganzen Jahrhunderts danach kann England ungestört sein gigantisches Kolonialreich ausbauen. Nach dem Motto: Divide et Impera, teile und herrsche, eine Grundregel von den alten Römern abgeschaut.

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