Sensationelle Entdeckung

Suche nach der Todesursache

Zwei ehemalige FBI-Agenten rollen den Mordfall Tutenchamun nach mehr als 3300 Jahren neu auf. Kann das Schicksal des Kindkönigs mit modernen Untersuchungsmethoden aufgeklärt werden?

Die erste Station ihrer Untersuchung ist der Fundort der Mumie. Als Howard Carter 1922 die Gruft des jungen Herrschers im Tal der Könige entdeckt, hält die Welt den Atem an.

Indizien für ein Verbrechen

Im entscheidenden Augenblick der Graböffnung traut der Brite kaum seinen Augen. Golden funkelt es im Licht der Lampe. Sprachlos steht der Archäologe vor einem unermesslichen Schatz. Eine intakte Kammer, gefüllt bis unter die Decke mit wertvollen Grabbeigaben: Geschenke für die letzte Reise von Tutenchamun. Carter ahnt nicht, dass der Schauplatz Indizien für ein Verbrechen birgt. Ohne es zu wissen, zerstört der Ausgräber wichtige Beweisstücke und katalogisiert die zahlreichen Objekte akribisch. Die Inventarlisten und Fotos sind eine Fundgrube für die beiden Ermittler aus Amerika.

Drei Jahre benötigt Carter mit seinem Team, um den eigentlichen Schatz zu heben: den Sarkophag von Tutenchamun, verborgen hinter einem reich verzierten Schrein. Unter der prachtvollen Maske ruht der Leichnam des früh verstorbenen Königs. Schon Howard Carter will die Todesursache herausfinden. 1925 lädt er Douglas Derry ein, die Überreste vor Ort zu obduzieren. Der Bericht des führenden britischen Anatomieprofessors ist noch heute für Forscher eine wichtige Quelle.

Schwerwiegende Fehler

Die zwei amerikanischen Fahnder Greg Cooper und Mike King durchforsten mit dem Neurologen Ernst Rodin das Protokoll. Der Wissenschaftler prüft seit 20 Jahren medizinische Befunde zum Fall Tutenchamun. Gemeinsam suchen sie nach Anhaltspunkten, die aus heutiger Sicht vielleicht ganz anders bewertet werden müssen. Schon bei der Bergung machen Carter und Derry schwerwiegende Fehler. Allein das Herauslösen der Leiche aus der Kartonage sorgt für massive Probleme. Sie stellen fest, dass Harz Boden und Wände der zweiten Mumienhülle völlig verklebt haben. Über die Jahrtausende ist er steinhart geworden.

Zudem klebt die Mumie am Boden des Sarkophages fest. Alle Versuche, den Körper behutsam anzuheben, schlagen fehl. Schließlich treffen Carter und Derry eine folgenschwere Entscheidung. Mit Hammer und Meißel wollen sie den Leichnam aus der Umhüllung brechen. Dabei haben sie keine andere Wahl, als den Körper mit einem Messer in Einzelteile zu zerlegen. Der Mediziner schneidet den Kopf ab und trennt die Gliedmaßen vom Rumpf. Durch das brutale Vorgehen zerstört Derry wichtige forensische Beweise. Die Todesursache jedoch kann er nicht feststellen.

Pfeilwunde oder Insektenstich

Eine Passage in dem Gutachten erregt die Neugier der Kriminologen: "Auf der linken Wange, direkt vor dem Ohrläppchen, ist eine kreisförmige Vertiefung mit leicht erhöhten Rändern." So die Beobachtung von Derry. Manche Experten deuten sie als Pfeilwunde. Rodin hingegen verfolgt eine andere Theorie: "Es ist auch möglich, dass er von einem der zahlreichen Insekten gestochen wurde und in Folge des Stiches eine Blutvergiftung erlitt." Starb Tutenchamun demnach eines natürlichen Todes? Cooper und King halten das für unwahrscheinlich.

Schon allein die Art der Bestattung von Tutenchamun spricht dagegen, argumentieren die beiden Ermittler weiter. Auch der Zustand der Grabkammer irritiert sie. Die kostbaren Beigaben sind in wirrem Durcheinander im ganzen Raum verteilt. Wände und Sarg sind von Farbresten beschmiert.

Unfall - oder Mord?

Auch wurde der junge König in Windeseile mumifiziert, ein Sakrileg, denn das ägyptische Ritual schreibt eine Balsamierungszeit von exakt 70 Tagen vor. Warum aber brachen die Priester mit der ehernen Regel? Cooper und King folgern daraus: Tutenchamun starb plötzlich. Ihre Hypothese: Entweder hatte er einen Unfall - oder er wurde ermordet.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet