Sherman DD: Duplex-Drive-Modell

Die Entwicklung eines Panzer für Wasser und Land

Die Amerikaner entwickelten für die Invasion in der Normandie ein Amphibienfahrzeug, das der nachrückenden Infanterie Feuerschutz bieten sollte.

Das Sondermodell des amerikanischen "Sherman Tank" wurde eigens für das alliierte Landungsmanöver in der Normandie konstruiert. Zu Lande fuhr der 33-Tonnen-Koloss auf Ketten, im Wasser bewegte er sich mit Schiffsschrauben voran.

Desaster von 1942

Schon einmal war ein Landungsversuch in der Normandie gescheitert. Am 19. August 1942 wurden Briten und Kanadier vor Dieppe vernichtend geschlagen.


Patrick Hennessey: "Unsere Taktik von damals war falsch. Die ankommenden Landungsboote waren vom Strand aus gut zu sehen. Als sich die Frontklappen öffneten und die Soldaten herausströmten, wurden sie vom MG-Feuer der Deutschen niedergemäht. Landungsboote und Panzer wurden der Reihe nach abgeschossen. Aus dem Desaster von 1942 mussten wir unsere Lehre ziehen."

Entwicklung schwimmfähiger Panzer

Der Panzer-Typ "Sherman Tank" war 1943 das Ausgangsmodell für die neue Konstruktion. Die Amerikaner produzierten während des Zweiten Weltkrieges fast 50.000 Exemplare dieser Kettenfahrzeuge. Der 450 PS starke Motor machte den 33-Tonner zu einer leistungsfähigen Kampfmaschine. Ausgerüstet mit zwei Kanonen und Maschinengewehren bot der Panzer Platz für fünf Soldaten.

Der "Sherman DD" war mit einer Schwimmschürze aus gummiertem Segeltuch ausgestattet. Diese Schürze hielt den tonnenschweren Panzer über Wasser. Sie wurde rundum befestigt und sorgte für den notwendigen Auftrieb. Ein speziell entwickeltes Fett machte das Spezialfahrzeug absolut wasserdicht. In den Küstengewässern Nordirlands wurden die schwimmfähigen Panzer zum ersten Mal erprobt.

Probelauf an der Küste

Monatelang übten Amerikaner und Briten die schwierigen Abläufe eines Landungsunternehmens. Bei ruhiger See überzeugten die Spezialpanzer durch einwandfreies Schwimmverhalten. Die großen Segeltuchschürzen hielten allerdings nur Wellen von etwa 40 Zentimeter Höhe ab. Die Alliierten hofften, ihre neue Waffe erfolgreich einsetzen zu können.


Die Ausbildung und das intensive Training der Soldaten dauerten mehrere Monate. Sie wurden darauf gedrillt, das Amphibienfahrzeug "Sherman DD" sicher im Gelände und im Wasser zu bewegen.

Zeitzeugen erinnern sich

Phil Fitts: "Sie haben uns zu Tages- und Nachtfahrten in den Kanal geschickt. Wir hatten nur einen Gyrokompass und sollten zur Küste zurückkehren. Man wusste nicht, wo man war, bis man merkte, dass der Panzer den Strand hochfuhr. Wir haben das unzählige Male exerziert."

Harry Webb: "Der Kommandant war der Einzige, der etwas sehen konnte. Nur er konnte über die Schürze schauen. Der Fahrer selbst sah gar nichts. Er führte die Befehle des Kommandanten aus, der am Heck auf einer Plattform stand."

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