Showdown in Griechenland

Trotz Niederlage bei Dyrrachium gibt sich Cäsar siegessicher

Pompeius schlägt im Mai 48 vor Christus in der Nähe von Dyrrachium sein Feldlager auf. Hier will ihn Cäsar einkreisen und zum Kampf zwingen. Doch Pompeius kennt die Taktik seines Herausforderers, sieht dessen Winkelzüge längst voraus.

Cäsar gilt als Feldherr, der vor allem auf Geschwindigkeit und Aggression setzt. Pompeius sieht sich mit seiner über 40.000 Mann-starken Truppe im Vorteil. Er legt Cäsars Ungestümheit als Schwäche aus und prophezeit ihm seinen Untergang.

Rückzug ins Hinterland

Es kommt, wie es Pompeius prophezeit hat. Cäsar wagt überstürzt die Konfrontation und unterliegt. Römer kämpfen gegen Römer - Cäsar verliert 1000 Mann. Ein enormer Blutzoll. Pompeius fügt Cäsar eine schwere Niederlage bei, dem sieggewohnten Feldherr bleibt nur der Rückzug ins Hinterland - im Hochsommer ein riskantes Unternehmen: abgeschnitten vom Nachschub, schlecht versorgt im feindlichen Gebiet.

Hat der populäre Feldherr zu hoch gereizt? Das Trinkwasser ist knapp. Die Moral der ausgezehrten Truppe am Boden. Fakten, auf die Pompeius seine Strategie aufbaut. Im Feldlager des Pompeius aber versucht die mitgereiste Politprominenz, unablässig den Feldherrn zum Losschlagen zu veranlassen. Pompeius bleibt standhaft und setzt auf die Zeit als Siegkomponente. Die Situation von Cäsars Legionären spitzt sich zu. Pompeius Strategie scheint aufzugehen. Sein Gegner reagiert zunehmend dünnhäutig.

Pompeius' Schwäche

In dem Glauben, dass er den Feind in die Flucht geschlagen und dass er alle Trümpfe in der Hand hat, macht sich Pompeius sofort an Cäsars Verfolgung. Doch als sein Heer wie auch das von Cäsar bei Pharsalos das Lager bezieht, kommt Pompeius' entscheidende Schwäche zum Tragen. Er legt zu großen Wert auf die Meinung des Senats.

Entgegen seiner Überzeugung lässt Pompeius seine Truppen schließlich am 9. August des Jahres 48 vor Christus antreten. Cäsar sieht sich einer sechsfach überlegenen Kavallerie gegenüber und mit Infanterieverbänden konfrontiert, die mehr als doppelt so viele Männer zählen wie die eigenen Reihen - für Pompeius und Labienus eine durchaus lösbare Aufgabe, wie es scheint.

Entscheidender Vorteil

Doch Cäsars Truppe hat einen entscheidenden Vorteil: Die Soldaten stehen unerschütterlich hinter ihrem charismatischen Kommandeur - auf ihn eingeschworen, von ihm ausgebildet, in sich geschlossen. Den republikanischen Verbänden hingegen fehlt diese Kraft einer gemeinsamen Identität - die größere Zahl und die Feldherrenkunst von Pompeius sollen das wettmachen.


Unter Führung von Labienus verlässt die Reiterei des Pompeius das Lager und begibt sich in ihre Ausgangsposition. Für Cäsar ein leicht durchschaubares Spiel: Pompeius wählt das Standardprogramm römischen Kriegshandwerks. Er will einen der beiden gegnerischen Flügel einschließen.

Cäsars Trickkiste

Cäsar hat die Strategie von Pompeius erkannt und greift tief in die Trickkiste. In der Ausgangsposition baut Pompeius seine Armee breit und tief gestaffelt auf. Er nimmt seine Reiterei auf die linke Flanke. Dort sieht er den Schwerpunkt. Cäsar baut seine Armee genauso breit auf, aber nicht so tief gestaffelt. Er hält eine dritte Linie sehr bewusst als mögliche Reserve zurück und baut sich eine vierte Linie auf, die für Pompeius zunächst nicht erkennbar ist, die aber die Falle für die gegnerische Reiterei werden soll.

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