Showdown in Oslo

Nach 22 Jahren: Hinweis auf den Verbleib des Schatzes

Sonderermittler Jürgen Oelsner ist schon zu DDR-Zeiten der Mann für Spezialaufgaben, gründlich und erfolgsverwöhnt. Er verhaftet im Januar 1990 Erich Honecker in der Berliner Charité. Der Raub des Sophienschatzes ist sein größter ungeklärter Fall. Neue Hoffnung entsteht, als im Sommer 1999 der ehemalige Direktor des Dresdner Stadtmuseums in Oelsners Büro auftaucht.

Einsatz in Oslo (Spielszene) Quelle: ZDF

In den Wirren des Kunsthandels

Im Juli 1999 erhält Matz Griebel einen Hinweis eines Informanten aus der Kunsthändlerszene. Ein Münzhändler in München hat auf einer Antiquitäten-Messe in Oslo Teile des seit 1977 verschwundenen Sophienschatzes identifiziert. Ein ovaler Anhänger mit eingravierter Widmung: "Gewidmet dem Kreishauptmann von Einsiedel, Schützenkönig 1877." Was der Münzhändler beschreibt, passt zu den Profilen der vermissten Stücke. Der Sophienschatz könnte wirklich in Oslo sein.Bereits 1981 taucht ein Teil des Schatzes in der englischen Grafschaft Kent auf. Eine so genannte Klippe - der Anhänger einer Bogenschützenkette aus massivem Gold. Der Besitzer ist ein anglikanischer Bischof, der das Stück am 20. Oktober 1981 bei Christie's in London anbietet. Der Inhaber des Münzhandels "Dolphin Coins" erhält den Zuschlag. "Dolphin Coins" verkauft das Stück am 23. Januar 1986 an das Auktionshaus "Emporium" in Hamburg. Und die schreiben es im April 86 zur Auktion aus. Gekauft wird das Goldstück von einem Kölner Münzhändler Ende Mai. Der hat es einem kalifornischen Münzhändler angeboten, der allerdings behauptet, er hätte es nicht angenommen. Und damit verliert sich die Spur bis zum Dezember 87. Damals erhält die Kölner Staatsanwaltschaft ein Paket mit anonymem Absender. Inhalt: Die Klippe. Das einzige Stück, das bis dahin wieder auftaucht.

Wenn das eine Stück in den internationalen Kunsthandel gelangt, dann mit Sicherheit auch der Rest. Im September 1999 reist ein Team um Ermittler Oelsen nach Oslo. Mit vier norwegischen Kripo-Beamten und einem Staatsanwalt betreten sie den Laden des Münzhändlers Gunnar Thesen. Nach Vorlage des Durchsuchungsbefehls holt der überraschte Münzhändler mehrere Etuis mit Teilen des Sophienschatzes aus dem Tresor. Nach einer Odyssee von über 22 Jahren kreuz und quer durch den internationalen Kunsthandel kommt das Diebesgut wieder ans Tageslicht. Insgesamt 38 Stücke des Sophienschatzes tauchen wieder auf.

Ein historischer Moment

Zwei Drittel des gestohlenen Schatzes kehren nach Dresden zurück. Stolz präsentiert der damalige Bürgermeister Ingolf Roßberg die wieder gefundenen Stücke. Die Akte Sophienschatz aber ist längst noch nicht geschlossen. Denn noch fehlen die Täter. Laut Aussage von Herrn Thesen, hat er den Schmuck 1983 in Norwegen von einem Herrn Becker aus Dänemark erworben. Dieser Becker könnte Oelsner zu den Tätern führen. Er ist der erste, der nachweislich den Schmuck hatte. Doch die Suche nach dem Mann läuft ins Leere. Kunst- und Antiquitätenhändler Arne Jacob Becker ist zu diesem Zeitpunkt schon 15 Jahre tot.

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