Sichere Zeichen

Bissspuren an Lachsen und Fotos von Wölfen auf Durchreise

Die Weiterfahrt Richtung Westküste bietet eine willkommene Ruhepause und eine Gelegenheit, auf dem Laptop das letzte Forschungsmaterial der Naturschutzorganisation "Raincoast Conservation Society" zu sichten.

Toter Lachs

Während der Eiszeit bedeckten gewaltige Gletscher weite Teile Kanadas. Nur ein Streifen entlang der Pazifik Küste blieb eisfrei. Hier konnten Tiere und Indianer lange fernab der modernen Welt überleben. In dem nur sehr schwer zugänglichen Gebiet, in den abgelegenen Wäldern entlang von Fjorden und Flussläufen, leben heute rund 35.000 Schwarzbären und bis zu 2.000 Wölfe. Und doch sind sie nur schwer zu finden.

Genetische Vielfalt

Küstenwölfe sind eine ganz spezielle Art von Wölfen. Wahrscheinlich waren es die Gletscher in der letzten Eiszeit, die das grüne Rückzugsgebiet entlang der Küste so vom Rest des Festlandes isoliert haben, dass eine unglaubliche genetische Vielfalt entstehen konnte. Das Leben entlang der Küste hat für diese Wölfe auch ganz neue Futterquellen erschlossen. So nagen sie nicht nur die Muscheln an den Baumstümpfen und an den Felsen ab, sondern sie sind auch ganz geschickte Fischer geworden.

Wolf fischt Lachse

Die Beharrlichkeit und Ausdauer, ihre Jagdstrategie im Rudel und die Fürsorglichkeit untereinander machen die Wölfe so einzigartig. Die Indianer, die First Nations, bringen diesen Tieren großen Respekt entgegen und verehren sie sogar als Totemtiere. Ihnen werden übernatürliche Kräfte zugeschrieben.

Ein weiteres Rätsel

Ein Landgang auf der nächsten Insel steht an. Im Fluss springen jede Menge Lachse, ein gutes Zeichen. Auf dem dicht bewachsenen Urwaldboden müssten sich Wolfspfade wie auf einer Druckplatte deutlich sichtbar abzeichnen. Gudrun hat zwar Lachse entdeckt, doch keine Spuren von Wölfen. Dann endlich wird die Beharrlichkeit der jungen Wissenschaftlerin belohnt: Sie entdeckt Lachse mit typischen Bissspuren. Erstaunlicherweise fressen Wölfe stets nur die Köpfe, nicht die Körper. Warum, weiß niemand genau. Ein weiteres Rätsel der Wölfe.

Gudrun plant, diese einsame Insel näher unter die Lupe zu nehmen. Die Aussichten sind gut, immerhin hat sie hier erste Spuren gefunden. Für ihr Vorhaben, Wölfe mit einer Spezial-Kamera zu dokumentieren, muss sie jetzt nur noch einen geeigneten Platz mit freier Sicht finden. Absolut wasserdicht registriert die Kamera jede Bewegung - vollautomatisch. Um ganz sicher zu gehen, muss Gudrun noch Bildausschnitt und Funktion überprüfen. Wann immer der Infrarotstrahl unterbrochen wird, wird die Kamera auslösen, ob bei Tag oder bei Nacht.

Wölfe auf Durchreise

Nach einigen Tagen erfolgt die Auswertung. Gudrun ist gespannt, was die Kamera aufgezeichnet hat. 24-mal hat sie ausgelöst. Außer den Testfotos von Gudrun sind drei Wölfe zu sehen. Doch sie scheinen nur auf der Durchreise gewesen zu sein. Frische Spuren hat Gudrun nicht mehr gefunden.

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